
S. Vinokur: Gibt es ein Gesetz des Bumerangs? Kehrt das Gute und das Schlechte, das wir tun, tatsächlich zu uns zurück?
M. Laitman: Im Allgemeinen kehrt alles, was wir tun, in irgendeiner Form zu uns zurück – das Gute ebenso wie das Schlechte. Das betrifft nicht nur uns selbst, sondern auch die Menschen, die uns nahestehen. Deshalb sollten wir aufmerksam beobachten, welche Folgen unsere Handlungen haben, und daraus für die Zukunft lernen.
S. Vinokur: Gilt das auch für die Gedanken?
M. Laitman: Das gilt auch für unsere Gedanken. Wenn wir schlechte Gedanken gegenüber anderen haben, bleiben auch sie nicht ohne Wirkung. Sie kehren zu uns zurück. Deshalb ist es wichtig, darauf zu achten, was wir tun, womit wir uns beschäftigen und welche Richtung wir einschlagen.
S. Vinokur: Doch wie können wir unsere Gedanken kontrollieren? Schließlich können wir nicht immer bestimmen, welche Gedanken in uns entstehen.
M. Laitman: Das ist auch nicht der Punkt. Für das, was uns an Gedanken und Empfindungen gegeben wird, sind wir nicht verantwortlich. Wir haben nicht gewählt, was in unserem Inneren auftaucht. Entscheidend ist vielmehr, was wir anschließend damit machen.
Hier kommt die Absicht ins Spiel. Wir können lernen, unsere Wünsche, Gedanken und vor allem unsere Absichten zu kontrollieren. Selbst wenn ein negativer Gedanke auftaucht, haben wir die Möglichkeit zu entscheiden, ob wir ihm folgen oder nicht.
Die eigentliche Freiheit liegt also nicht darin, dass uns niemals schlechte Gedanken kommen. Sie liegt darin, wie wir mit ihnen umgehen. Denn was wir in die Welt geben – durch unsere Handlungen, Gedanken und Absichten – bleibt nicht ohne Wirkung.
Geschrieben/bearbeitet von Student*innen des Kabbalisten Michael Laitman
