
Der Gedanke kann beleben und erschaffen
Frage: Ist der Gedanke ebenfalls ein Material des Verlangens?
Antwort: Der Gedanke ist ein sehr mächtiges Verlangen, das über die größte Kraft im gesamten Universum verfügt – stärker als eine Atombombe. Wir verstehen es einfach nicht, ihn zu nutzen. Unsere Gedanken sind so klein, dass keine wirkliche Kraft in ihnen liegt.
Doch wenn wir auf die Stufe des echten Gedankens aufsteigen könnten, das heißt der Absicht, die durch die Wissenschaft der Kabbala erlangt wird, dann ließen sich mit ihr Welten erschaffen. Es heißt: „Alles klärt sich im Gedanken.“
Mit dem Gedanken kann man das gesamte Universum umstürzen, aus unserer Welt alles machen, was wir wollen. Wir können mit dem Gedanken andere Galaxien und ferne Sterne beeinflussen – das ist die mächtigste Kraft überhaupt.
Frage: Wie kann es sein, dass die Kraft des Gedankens stärker ist als eine Atombombe, wenn man mit einer Bombe riesige Flächen zerstören kann? Was aber kann ein Gedanke bewirken?
Antwort: Der Gedanke ist ebenso fähig zu zerstören wie zu beleben, aufzubauen und zu erschaffen. Durch ihn können wir schöpferisch wirken – wie der Schöpfer selbst, mit einem einzigen Gedanken.
Frage: Können Sie ein Beispiel für solche Handlungen in unserer Welt nennen?
Antwort: Derzeit gibt es dafür noch keine Beispiele in unserem Leben, denn die Kraft des Gedankens, von der hier die Rede ist, ist die Kraft des Gebens, des Schenkens. Dafür muss man einen Zustand erreichen, in dem durch uns die höhere Energie zu fließen beginnt. Wir werden zu einer Linse, die diese Energie fokussiert und mit ihr auf die gesamte Wirklichkeit einwirken kann.
Stellen Sie sich vor, wir hätten eine fokussierende Linse, durch die die gesamte Energie des Universums hindurchfließt. Und wir verfügen über diese Linse und bestimmen, wohin sie gerichtet wird. Auf diese Weise erschaffen wir eine neue Welt.
Frage: Um welche Energie handelt es sich? Ist das nicht die Energie der Sonne?
Antwort: Nein, es ist die Energie des Gedankens, der Absicht, die davon abhängt, was ich tun will. Wenn ich gute Handlungen vollbringen möchte – geben, schenken, etwas Neues und Gutes erschaffen –, dann erhalte ich diese Kraft zur Verfügung.
Schon in unserer Welt gilt: Wenn ein Mensch an Gutes denkt, wird er selbst besser. Doch hier geht es nicht darum, sondern um übernatürliche Kräfte, die wir nutzen können. Man kann diese Kräfte aus der Natur herausziehen, sodass jeder von uns zum Träger dieser gewaltigen Kraft wird. Wir werden zu Wesen, die durch keinerlei irdische Grenzen eingeschränkt sind – weder durch Zeit noch durch Bewegung oder Raum.
Die Grenze zwischen dieser Welt und der höheren Welt wird verschwinden. Wir werden uns über Leben und Tod erheben – und all das dank der Herrschaft über diese besondere Energie, die in der Welt existiert. Wir sind fähig, sie zu lenken, wenn wir gebend, liebend und richtig miteinander verbunden werden.
Derzeit jedoch lebt jeder von uns für sich, isoliert – und deshalb haben wir keine Kraft. Wir sind nicht fähig, uns miteinander zu verbinden, und lassen diese Energie daher nicht in unser System eintreten. Wenn diese Energie zwischen uns eintritt und zu zirkulieren beginnt, immer stärker und stärker, wird sie uns in einen Strudel des Guten hineinziehen. Plötzlich werden wir spüren, dass wir uns in einer höheren Dimension befinden.
Basierend auf einem Interview mit dem Kabbalisten Dr. Michael Laitman auf 103FM am 1. Januar 2016. Geschrieben/editiert von Studenten des Kabbalisten Dr. Michael Laitman.
