{"id":923,"date":"2021-07-04T02:56:51","date_gmt":"2021-07-04T00:56:51","guid":{"rendered":"https:\/\/www.michaellaitman.com\/de\/?p=923"},"modified":"2021-07-15T03:23:40","modified_gmt":"2021-07-15T01:23:40","slug":"warum-das-glueck-schwer-zu-fassen-ist","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.michaellaitman.com\/de\/news\/warum-das-glueck-schwer-zu-fassen-ist\/","title":{"rendered":"Warum das Gl\u00fcck schwer zu fassen ist"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" title=\"\" src=\"https:\/\/www.michaellaitman.com\/de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/glueck.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\"><\/p>\n<p>Viele Psychologen glauben, dass dauerhaftes Gl\u00fcck ein Hirngespinst ist, dass selbst wenn wir gl\u00fccklich sind, es nur f\u00fcr einen Moment ist. Mandy Kloppers, eine kognitive Verhaltenstherapeutin aus Gro\u00dfbritannien, schreibt zum Beispiel Folgendes \u00fcber Gl\u00fcck: \u201eUns allen wird beigebracht zu glauben, dass das Gl\u00fcck etwas Erreichbares ist.\u201c Aber: \u201eDiese falsche Vorstellung ist der Grund, warum Gl\u00fcck schwer fassbar ist. Gl\u00fcck ist kein best\u00e4ndiger Zustand, es ist eher ein fl\u00fcchtiges Gef\u00fchl, das einen \u00fcberkommt. \u2026 In einem bestimmten Moment merkt man, dass man wirklich im Frieden ist und sich alles in der Welt richtig anf\u00fchlt. Diesen Zustand aufrechtzuerhalten, ist allerdings nicht m\u00f6glich.\u201c<\/p>\n<p>In der Zeitschrift \u201ePsychology Today\u201c schreibt der Psychologieprofessor Frank McAndrew auch, dass seit den 1960er Jahren \u201eTausende von Studien und Hunderte von B\u00fcchern mit dem Ziel ver\u00f6ffentlicht worden sind, das Wohlbefinden zu steigern und den Menschen zu helfen, ein zufriedeneres Leben zu f\u00fchren. Warum sind wir also nicht gl\u00fccklicher? Paradoxerweise k\u00f6nnten solche Bem\u00fchungen, das Gl\u00fcck zu steigern, ein vergeblicher Versuch sein, gegen den Strom zu schwimmen, da wir vielleicht tats\u00e4chlich darauf programmiert sind, die meiste Zeit \u00fcber, unzufrieden zu sein.\u201c<\/p>\n<p>In Wahrheit sind wir darauf programmiert, nicht nur die meiste Zeit, sondern die ganze Zeit unzufrieden zu sein. Unsere Weisen haben es schon vor Tausenden von Jahren festgestellt, als sie im Midrasch schrieben: \u201eMan verl\u00e4sst die Welt nicht mit der H\u00e4lfte seiner W\u00fcnsche in der Hand, denn wer hundert hat, will zweihundert; wer zweihundert hat, will vierhundert haben\u201c.<\/p>\n<p>Das Gef\u00fchl, dass in unserer Welt alles in Ordnung ist, wie Kloppers es formulierte, ist jedoch m\u00f6glich, und zwar auf Dauer. Aber um das zu erreichen, m\u00fcssen wir erst einmal wissen, wonach wir suchen sollen. In der Tat sind wir scheinbar nur deshalb \u201edarauf programmiert, unzufrieden zu sein\u201c, um uns anzuspornen, so lange zu suchen, bis wir den harmonischen Zustand, der uns gl\u00fccklich macht, gefunden haben.<\/p>\n<p>Das Problem ist, dass ein Mensch nicht in Frieden sein kann und das Gef\u00fchl haben, dass \u201ein unserer Welt alles in Ordnung ist\u201c, w\u00e4hrend der Rest der Welt sich nicht so f\u00fchlt. Wir, die gesamte Menschheit, und sogar die gesamte Realit\u00e4t, sind ein System. Kann sich ein Mensch gut f\u00fchlen, wenn ein bestimmtes Organ in ihm krank ist? Kann eine Maschine gut funktionieren, wenn eines ihrer Teile kaputt ist? Der Glaube, dass wir gl\u00fccklich sein zu k\u00f6nnen, und sogar erwarten, dass es von Dauer ist, zeugt vom Grad unserer Unkenntnis \u00fcber unsere Verbundenheit. Wenn wir erkennen w\u00fcrden, wie sehr wir alle miteinander verbunden sind, w\u00fcrden wir nicht einmal im Traum daran denken, gl\u00fccklich oder gar zufrieden sein zu wollen, solange nicht jeder Mensch und jedes Wesen auf der Welt sich auch so f\u00fchlen w\u00fcrde. Das mag eine harte Abrechnung sein, aber dies zu erkennen ist der erste Schritt zum Gl\u00fcck.<\/p>\n<p>Wenn ein Mensch den Grad der Verbundenheit aller Teile der Realit\u00e4t erkennt, wird ihm klar, dass sich der Zweck des Lebens nicht auf einen Einzelnen bezieht, sondern auf alle und alles existierende zusammen. Der Zweck des Lebens ist es, alle Teile der Realit\u00e4t in ein Gleichgewicht zu bringen. Gl\u00fcck ist also kein Ziel an sich, sondern das Ergebnis des Erreichens von Harmonie zwischen allen Teilen der Realit\u00e4t.<\/p>\n<p>Die Momente des Gl\u00fccks, die wir heute empfinden, sind fl\u00fcchtig, aber kostbar. Sie rufen Erinnerungen an die Empfindungen hervor, die wir im Leben erfahren k\u00f6nnen und zeigen uns gleichzeitig, dass wir noch nicht am Ziel sind. Diese Momente sind nicht deshalb so wertvoll, weil sie uns ein gutes Gef\u00fchl geben, sondern weil sie uns an unser h\u00f6chstes Ziel erinnern: die absolute Harmonie zwischen allen Teilen der Realit\u00e4t zu erreichen, wo jeder Teil gleichzeitig gibt und empf\u00e4ngt, und dabei vollkommen befriedigt und zufrieden ist.<\/p>\n<p>In diesem Zustand verlieren wir unseren Sinn f\u00fcr das eigene Ich, da es mit allem verschmilzt. Sobald wir dort sind, erkennen wir, dass wir nicht nur Teile der Realit\u00e4t sind, sondern sie auch zu dem machen, was sie ist; wir sind ihre Meister, ihre Diener, ihre Wohlt\u00e4ter und ihre Nutznie\u00dfer zur gleichen Zeit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Viele Psychologen glauben, dass dauerhaftes Gl\u00fcck ein Hirngespinst ist, dass selbst wenn wir gl\u00fccklich sind, es nur f\u00fcr einen Moment ist. 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