{"id":894,"date":"2021-04-28T02:32:20","date_gmt":"2021-04-28T00:32:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.michaellaitman.com\/de\/?p=894"},"modified":"2021-04-28T02:33:07","modified_gmt":"2021-04-28T00:33:07","slug":"gibt-es-wahres-glueck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.michaellaitman.com\/de\/news\/gibt-es-wahres-glueck\/","title":{"rendered":"Gibt es wahres Gl\u00fcck?"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" src=\"https:\/\/www.michaellaitman.com\/de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/glueck.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\"><\/p>\n<p>Als Covid-19 Anfang letzten Jahres ausbrach, f\u00fchlten sich die meisten von uns, als h\u00e4tten sie ihr Leben verloren. Oder besser gesagt, wir haben nicht unser Leben, sondern unsere F\u00e4higkeit, das Leben zu genie\u00dfen, verloren. Was gibt es denn schon zu genie\u00dfen im Leben, wenn man nicht zweimal j\u00e4hrlich Urlaub macht, nicht immer und \u00fcberall shoppen, oder mit den Kindern (oder mit einem Freund, so zu tun, als w\u00e4re man wieder ein Kind) ins Kino, Restaurants oder Vergn\u00fcgungsparks gehen kann? Schlimmer noch, als das Virus viele von uns arbeitslos machte oder uns auf einen l\u00e4ngeren Zwangsurlaub schickte, verloren wir unsere finanzielle Sicherheit und wurden, selbst wenn dies m\u00f6glich w\u00e4re, unwillig, Geld f\u00fcr Luxusg\u00fcter auszugeben.<\/p>\n<p>Obwohl es mittlerweile aufgrund der Impfungen wieder m\u00f6glich ist, diese Aktivit\u00e4ten wieder aufzunehmen, scheint es, als k\u00f6nnten wir sie nicht mehr so genie\u00dfen wie fr\u00fcher. Irgendetwas in uns hat sich ver\u00e4ndert, wir sind uns nicht mehr sicher, was uns eigentlich gl\u00fccklich macht, und ob es \u00fcberhaupt wahres Gl\u00fcck gibt.<br \/>\nDoch es gibt wahres Gl\u00fcck \u2013 und es ist f\u00fcr jedermann erreichbar. Das vergangene Jahr hat uns sozusagen von unseren bisherigen Formen des Genusses \u201eentw\u00f6hnt\u201c und uns auf eine neue, h\u00f6here Form vorbereitet. Wir merken es vielleicht noch nicht, doch jetzt, wo wir diese einstigen Vergn\u00fcgungen wieder genie\u00dfen k\u00f6nnen, werden wir feststellen, dass sie einfach nicht mehr so viel Spa\u00df machen oder so befriedigend sind, wie sie einst waren.<\/p>\n<p>Sogar unser Neid auf andere scheint sich ver\u00e4ndert zu haben. Nat\u00fcrlich w\u00e4ren wir immer noch gerne reich, ber\u00fchmt und popul\u00e4r, aber sind nicht mehr bereit, daf\u00fcr hart zu arbeiten. Wir sind nicht faul , sondern lediglich erwachsen geworden, und diese Ziele scheinen, nun ja, ein wenig unreif zu sein.<\/p>\n<p>All dies sind Vorbereitungen. In uns breitet sich, auch wenn wir es vielleicht noch nicht sp\u00fcren, einen neuartigen Genuss aus. Dieser befindet sich noch unter der Oberfl\u00e4che, aber seine Auswirkungen wirken sich bereits auf uns aus. Er tr\u00fcbt die bisherigen Freuden, weshalb sie f\u00fcr uns nicht mehr so gl\u00e4nzen wie fr\u00fcher. Dieser neue Genuss, der in uns aufkeimt, umfasst nicht nur uns selbst, sondern alle um uns herum. Deshalb tr\u00fcbt er unsere egozentrischen Freuden; er ist viel umfassender als alles, was wir uns derzeit vorstellen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Unsere Gesellschaft ver\u00e4ndert sich, weil wir uns ver\u00e4ndern; wir f\u00fchlen uns zunehmend miteinander verbunden und voneinander abh\u00e4ngig \u2013 auch unsere Gesellschaft wird dadurch immer verbundener. Der Genuss, der aus einer solchen Verbundenheit entsteht, stammt nicht nur von mir, sondern von meinen Verbindungen zu anderen. Deshalb sind sie im Vergleich zum Genuss aus meinem eigenen winzig kleinen Kreis so stark.<\/p>\n<p>Schon bald werden wir den Genuss, den wir aus der Qualit\u00e4t unserer Verbindungen mit anderen sch\u00f6pfen, sp\u00fcren. Je mehr wir unsere Verbindungen mit anderen kultivieren, je mehr positive Beziehungen wir aufbauen, desto mehr Freude wird durch das Netzwerk, das bereits unter uns aufgebaut wird, zu uns zur\u00fcckflie\u00dfen. Dementsprechend wird die Freude, die wir erleben werden, eine ganz andere sein: Es wird die Freude am Geben an andere sein.<\/p>\n<p>Nicht nur wir werden uns ver\u00e4ndern sondern die gesamte Gesellschaft. So wie wir uns daran erfreuen werden, anderen zu geben, werden auch andere es genie\u00dfen, uns zu geben. Es wird eine v\u00f6llige Umkehr der derzeitigen Denkweise, bei der jeder nur an sein eigenes Vergn\u00fcgen denkt und nichts anderes ihn interessiert, sein. Stattdessen wird nichts anderes, als das Wohl der anderen, f\u00fcr uns wichtig sein \u2013 und doch werden wir keinerlei Mangel empfinden, denn die anderen werden sich gleichfalls verhalten. Somit werden wir sowohl am Geben an die anderen als auch am Empfangen von ihnen Gefallen finden. Es wird eine so andere Gesellschaft als die heutige sein, dass wir uns nicht einmal vorstellen k\u00f6nnen, wie zufrieden und erf\u00fcllt wir uns durch ihren Aufbau f\u00fchlen werden. Unsere Arbeit besteht nun nur noch darin, ihr Entstehen so weit wie m\u00f6glich zu beschleunigen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als Covid-19 Anfang letzten Jahres ausbrach, f\u00fchlten sich die meisten von uns, als h\u00e4tten sie ihr Leben verloren. 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