{"id":890,"date":"2021-04-20T02:28:59","date_gmt":"2021-04-20T00:28:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.michaellaitman.com\/de\/?p=890"},"modified":"2021-04-20T02:28:59","modified_gmt":"2021-04-20T00:28:59","slug":"wie-die-pandemie-religioesen-glauben-gestaerkt-hat","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.michaellaitman.com\/de\/news\/wie-die-pandemie-religioesen-glauben-gestaerkt-hat\/","title":{"rendered":"Wie die Pandemie religi\u00f6sen Glauben gest\u00e4rkt hat"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" src=\"https:\/\/www.michaellaitman.com\/de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/pand_relig.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\"><\/p>\n<p>Wenn man sich nicht mit einer d\u00fcsteren Realit\u00e4t abfinden kann, ist der Blick zum Himmel eine instinktive Reaktion. In den USA hat die COVID-19-Pandemie seit dem Ausbruch des Virus innerhalb eines Jahres eine halbe Million Menschenleben gefordert. Eine aktuelle Umfrage des Pew Forschungszentrum zeigt, dass Menschen aus wirtschaftlich entwickelten L\u00e4ndern meinen, der Ausbruch von COVID-19 habe ihren religi\u00f6sen Glauben gest\u00e4rkt \u2013 insbesondere in den USA, wo fast drei von zehn amerikanischen Erwachsenen sagen, die Coronavirus-Plage habe ihren Glauben gest\u00e4rkt.<\/p>\n<p>Die Weiterentwicklung der Gesellschaft hat uns von der Natur distanziert; daher sind wir uns ihrer F\u00fchrung nicht bewusst und f\u00fchlen uns ihr gegen\u00fcber umso wehrloser. So stehen wir trotz unserer enormen technologischen F\u00e4higkeiten hilflos vor globalen Epidemien, dem Klimawandel und anderen Krisen. Wir wissen nicht, wohin wir fliehen, wie wir damit fertig werden sollen und sehen sicherlich keine rosige Zukunft am Horizont.<\/p>\n<p>Die Unsicherheit dieser Zeit, das Fehlen klarer Antworten und das Verblassen von Hoffnung l\u00e4sst die Menschen, wie schon seit Urzeiten, nach einer h\u00f6heren Macht suchen, von der sie hoffen, dass sie ihr Schicksal lenken k\u00f6nnte. Sie beginnen, im Dunkeln zu tappen und fragen: Wo ist diese Macht, die dieses \u00dcbel in der Welt, das wir jetzt um uns herum sehen, erschafft, wie k\u00f6nnen wir den n\u00e4chsten Schlag \u00fcberleben, und was ist \u00fcberhaupt der Zweck dieser Welt? Da wir von immer mehr Menschen h\u00f6ren, die an dieser Seuche sterben, wird unser Sicherheitsgef\u00fchl geschw\u00e4cht, die Angst um unsere Lieben w\u00e4chst, und das Leben nimmt einen ungewohnten, unklaren Grauton an. Auf der anderen Seite haben sich die Lebensbedingungen im vergangenen Jahr drastisch ver\u00e4ndert. Das Aus\u00fcben der beruflichen T\u00e4tigkeit hat sich nach Hause verlagert, die Kinder sind zum Fernunterricht \u00fcbergegangen, und der Lebensraum wurde auf innerfamili\u00e4re Grenzen reduziert. Unsere Welt ist geschrumpft.<\/p>\n<p>Angesichts der eingeschr\u00e4nkten M\u00f6glichkeiten bei der Suche nach einem Lichtstrahl, der \u2013 jetzt, wo die Menschen wirklich nicht mehr wissen, worauf sie z\u00e4hlen oder worauf sie ihre Hoffnungen setzen sollen \u2013 Sicherheit bietet, wird die Religion zu einem Anker, zu einer Quelle der Stabilit\u00e4t. Man mag in ihr nicht unbedingt eine Antwort auf jede Frage finden, aber zumindest gibt sie ein Gef\u00fchl der Erleichterung angesichts der erschreckenden Realit\u00e4t, mit der die Menschen konfrontiert sind.<\/p>\n<p>Sie ist kein Zeichen eines R\u00fcckschritts oder einer Tendenz zu einer eher religi\u00f6sen und konservativen Welt. Vielmehr ist sie ein Zeichen daf\u00fcr, dass die Menschheit in einer Zeit des Aufruhrs und der br\u00f6ckelnden Fundamente nach dem Sinn des Lebens sucht und ein wachsendes Verlangen nach einer zuversichtlichen Verbindung mit der Zukunft in Ann\u00e4herung an die H\u00f6chste Kraft, die das Leben lenkt. Aber auf dieser Suche werden diejenigen, die Religion als unzureichend empfinden, um dauerhafte Ruhe und Erf\u00fcllung zu finden, weiter nach Antworten suchen.<\/p>\n<p>Schon bevor sich die gro\u00dfen Religionen \u00fcber die ganze Welt ausbreiteten, gab es zahlreiche Glaubensvorstellungen, Rituale und g\u00f6tzendienerische Praktiken. Der Mensch hat schon immer ein Bed\u00fcrfnis nach Sicherheit und Antworten auf das Unerkl\u00e4rliche gehabt. Dies veranlasste den umstrittenen Karl Marx zu der Behauptung, dass \u201eReligion das Opium des Volkes ist\u201c, w\u00e4hrend Voltaire sagte: \u201eWenn es Gott nicht g\u00e4be, m\u00fcsste man ihn erfinden.\u201c In der Tat ist es f\u00fcr den Menschen gut, eine Verbindung zu einer h\u00f6heren Macht zu suchen. Sie manifestiert sich in unserer gesamten historischen Entwicklungsachse: St\u00e4mme tanzten um Lagerfeuer, um ihre Gottheiten zu ehren, verneigten sich vor Statuen und verehrten die Kraft der Natur auf unterschiedliche Weise, bis sich solche Praktiken zu strukturierten Religionen und Glaubenssystemen entwickelten<\/p>\n<p>Die St\u00e4rkung des religi\u00f6sen Glaubens in den letzten Tagen der Pandemie, wie die j\u00fcngste Umfrage zeigt, weist tats\u00e4chlich auf einen breiteren Entwicklungsprozess hin, den die Menschheit durchl\u00e4uft. Die globale COVID-19-Plage lehrt uns, dass wir ein kleines, globales Dorf sind, und dass wir alle voneinander abh\u00e4ngig sind \u2013 unter einer H\u00f6heren Macht, die jedes Detail der Realit\u00e4t kontrolliert. Wir befinden uns alle in einem einzigen harmonischen Natur-System, das in all seinen Teilen miteinander verbunden ist, und der Mensch rei\u00dft aufgrund seiner entgegengesetzten egoistischen Natur immer wieder die F\u00e4den der Verbindung zwischen sich und den anderen ab und verletzt damit die Naturgesetze. Damit rei\u00dft er die menschliche Gesellschaft aus dem Gef\u00fchl der uns umgebenden H\u00f6heren Macht. Das Coronavirus ist eine Reaktion der harmonischen Natur auf die Menschheit, eine Art Katalysator, um die entstandene Kluft zwischen Mensch und Natur wieder zu \u00fcberbr\u00fccken. Was wir also dringend brauchen, sind positive Verbindungen zwischen uns \u2013 mit anderen Worten: die Religion der Liebe.<\/p>\n<p>Es ist nichts falsch an der vor\u00fcbergehenden Tendenz, sich wieder in die Arme der traditionellen Religion zu begeben, sie tr\u00e4gt zu unserem Fortschritt bei. Erstens verbindet sie die Menschen und gibt ihnen einen Hinweis auf das Gute, das in der Einheit zu finden ist. Obwohl es zun\u00e4chst eine egoistische Verbindung ist, wird diese sp\u00e4ter zu einer altruistischen Verbindung korrigiert werden. Zweitens offenbart die Religion den Gl\u00e4ubigen ihre Schw\u00e4che in Bezug auf die integrale Natur und bringt die Abh\u00e4ngigkeit von der H\u00f6chsten Kraft zum Vorschein.<\/p>\n<p>Solch eine tiefe Beziehung steht nicht im Widerspruch zu irgendeiner religi\u00f6sen Praxis, einem Brauch oder einer Tradition, sondern geht mit ihnen Hand in Hand. Der f\u00fchrende Kabbalist Rabbi Yehuda Ashlag, \u201eBaal HaSulam\u201c, schrieb in den Schriften der letzten Generation: \u201eAbgesehen von \u201aLiebe deinen N\u00e4chsten wie dich selbst\u2018 kann jedes Volk seine eigene Religion und Tradition verfolgen, und das eine darf das andere nicht beeintr\u00e4chtigen.\u201c Denn wenn man liebt, gibt es einen Platz f\u00fcr alle und jeden. Das ist die gr\u00f6\u00dfte St\u00e4rke einer jeden Gesellschaft.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn man sich nicht mit einer d\u00fcsteren Realit\u00e4t abfinden kann, ist der Blick zum Himmel eine instinktive Reaktion. In den USA hat die COVID-19-Pandemie seit dem Ausbruch des Virus innerhalb eines Jahres eine halbe Million Menschenleben gefordert. 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