{"id":860,"date":"2021-01-13T19:19:57","date_gmt":"2021-01-13T18:19:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www.michaellaitman.com\/de\/?p=860"},"modified":"2021-01-13T19:19:57","modified_gmt":"2021-01-13T18:19:57","slug":"die-unbeugsamen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.michaellaitman.com\/de\/news\/die-unbeugsamen\/","title":{"rendered":"Die Unbeugsamen"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" class=\"alignleft\" src=\"https:\/\/www.michaellaitman.com\/de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/unbeugsame.jpg\" alt=\"\"><\/p>\n<p><strong>Europa sendet klare Signale an Juden, doch diese z\u00f6gern wie \u00fcblich, in der Hoffnung auf eine wundersame Umkehrung. Unverbesserliche Dummheit.<\/strong><\/p>\n<p>Nachdem der Europ\u00e4ische Gerichtshof gr\u00fcnes Licht f\u00fcr das Verbot des koscheren Schlachtens gegeben hat, nannte Israels Botschafter in Belgien dies eine Katastrophe und einen Schlag f\u00fcr das j\u00fcdische Leben. Der belgische Oberrabbiner sprach von \u201cDiskriminierung mit antisemitischem Beigeschmack\u201d. Der Vorsitzende des Europ\u00e4ischen J\u00fcdischen Kongresses, Moshe Kantor, versprach, das Urteil anzuk\u00e4mpfen. Der Chef der Vereinigung belgischer Juden, Menachem Margolin, widerlegte erneut die Annahme, dass das koschere Schlachten grausam sei.<\/p>\n<p>Wie oft wird sich die Geschichte noch wiederholen? Mit wem redet ihr? Wor\u00fcber sprecht ihr? Glaubt ihr wirklich, dass es hier um Sorge f\u00fcr Tiere geht? Wenn ihr aber versteht, dass dem nicht so ist, warum dann die Ausreden und der Groll?<\/p>\n<p>Den Antisemitismus gab es, gibt es und wird es immer geben. Er mag ge\u00e4chtet sein, aber er lebt in den Herzen und w\u00e4chst mit dem menschlichen Egoismus. Weder Begr\u00fcndungen noch Appelle k\u00f6nnen ihn ausl\u00f6schen; er ist prim\u00e4r, und um ihn zu bew\u00e4ltigen, muss man ihm auf den Grund gehen. Die Menschen f\u00fchlen instinktiv die Schuld der Juden, und je schlimmer die Dinge laufen, desto st\u00e4rker wird das unausl\u00f6schbare Gef\u00fchl. Dies geschieht seit Anbeginn der Zeit, und es ist nichts Neues.<\/p>\n<p>Seit Anbeginn der Zeit, seit seiner Entstehung, hat sich das j\u00fcdische Volk dem Vektor der gemeinsamen Entwicklung widersetzt und im Laufe der Geschichte um die Einheit gek\u00e4mpft, wie sie sein sollte. All unsere H\u00f6hen und Tiefen, Siege und Niederlagen sind der dornige Weg zu einem guten Miteinander trotz der triumphalen Uneinigkeit.<\/p>\n<p>Wir schlummern zwar seit zweitausend Jahren im Vergessen, abgeschnitten von unseren Wurzeln, doch die V\u00f6lker haben es nicht vergessen. Es ist unm\u00f6glich, zu vergessen, was was einen nicht losl\u00e4sst. Ihr Hass ist nicht verblasst, auch wenn sie seine Gr\u00fcnde nicht verstehen.<\/p>\n<p>Aber wir m\u00fcssen endlich verstehen. Denn ohne das Verst\u00e4ndnis haben wir keine Zukunft. Ohne es k\u00f6nnte das Feuer unter unseren F\u00fc\u00dfen leicht mit einem Streichholz entz\u00fcndet werden. Ja, die Zeiten haben sich ge\u00e4ndert, aber die Menschen nicht.<\/p>\n<p>Die heutige antij\u00fcdische EU-Gesetzgebung ist in h\u00f6chstem Ma\u00df nat\u00fcrlich. Lasst uns aufh\u00f6ren, perplex und emp\u00f6rt zu sein. Schaut, was die Europ\u00e4er uns im letzten Jahrhundert angetan haben &#8211; waren sie damals barbarischer als heute? Ganz und gar nicht. Es ist nur so, dass sie uns unterbewusst nicht als ein Volk akzeptieren wollen, das \u00fcberhaupt ein Existenzrecht hat. In ihren Augen verdienen wir nicht einmal elementare Gerechtigkeit.<\/p>\n<p>Wenn wir mit ihnen sachlich sprechen wollen, m\u00fcssen wir ein eigenes Zeichen setzen. Ein Signal, dass wir erwacht sind und bereit, ihnen durch unser Beispiel den Weg zur Einheit zu zeigen. Das ist wirklich das Einzige, was sie von uns brauchen.<\/p>\n<p>Wenn wir weiterhin z\u00f6gern, werden sie neue Gesetze erlassen &#8211; ein totales Verbot j\u00fcdischen Lebens als unvereinbar mit europ\u00e4ischen Werten. Die Beschneidung k\u00f6nnte als Kindersch\u00e4ndung bezeichnet werden, die Feiertage &#8211; als rassistisch, politisch unkorrekt, frauenfeindlich und was sonst noch alles, und unsere Traditionen &#8211; als eine Ansammlung der schlimmsten Vorurteile schlechthin&#8230;<\/p>\n<p>&#8222;Aber wie das? &#8211; fragen wir. &#8211; Schlie\u00dflich wird es in vielerlei Hinsicht auch Muslime betreffen. Auch das Halal-Schlachten geriet unter Beschuss&#8230;&#8220;.<\/p>\n<p>Bitte, lasst uns keinen Illusionen und Selbstt\u00e4uschungen anheimfallen. Die Linie ist flexibel: Wenn es um Juden geht, kann man sich auch einen kleinen Stich gegen die Muslime erlauben. Es ist die menschliche Natur selbst, die es verlangt.<\/p>\n<p>Deshalb ist die Entscheidung des Europ\u00e4ischen Gerichtshofs so unlogisch. Sie erkennt die Einschr\u00e4nkung der Religion an, rechtfertigt sie aber als &#8222;faires Gleichgewicht&#8220;. Das Gericht k\u00fcmmert sich um die geschlachteten Tiere, aber nur in einem Sonderfall, der einen eindeutig &#8222;j\u00fcdischen Charakter&#8220; hat. Es bringt orwellsche Argumente vor, die nur die schlechte und unbegr\u00fcndete Natur des Urteils unterstreichen.<\/p>\n<p>Wir werden noch sehen, dass dem Halal erlaubt sein wird, was Kaschrut nicht darf. Was wir auch sehen werden, ist ein neuer Versuch, europ\u00e4ische Juden loszuwerden.<\/p>\n<p>Fr\u00fcher hatten wir in solchen Situationen zwei M\u00f6glichkeiten: woanders hin oder auf den Friedhof. Nun wurde eine dritte Option hinzugef\u00fcgt &#8211; Israel. Aber die europ\u00e4ischen Juden sehen diese Option als irrelevant. Jedenfalls vorerst.<\/p>\n<p>Das Hauptproblem ist, dass sie immer noch weder die Ursachen noch die Folgen der Geschehnisse begreifen. In ihren K\u00f6pfen herrscht der Nebel, er verbirgt die Drohungen und das Schleifen von Messern, die bereits gesch\u00e4rft werden. Sie wissen nicht, dass die europ\u00e4ische Periode vorbei ist und die amerikanische Periode zu Ende geht. Sie merken es nicht, wollen nicht bemerken, dass ein Jude in der globalen Welt nirgendwo hingehen kann. Es gibt kein Platz mehr in Madagaskar und Uganda. Nicht f\u00fcr uns.<\/p>\n<p>Ich wei\u00df nicht, wie ich durchkommen soll, wie ich diese H\u00fclle unersch\u00fctterlicher Dummheit durchbrechen kann, bevor echte Probleme sie durchbrechen.<\/p>\n<p>Ja, wir sind ein extrem hartn\u00e4ckiges Volk. Wir wissen, wie wir uns an dem festhalten k\u00f6nnen, was f\u00fcr uns wirklich wichtig ist. Aber versteht bitte: das wirklich wichtige ist etwas anderes! Das wirklich wichtige f\u00fcr uns ist die Einheit \u00fcber allen Unterschieden. Alles andere f\u00fchrt zur unseren Zerst\u00f6rung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Europa sendet klare Signale an Juden, doch diese z\u00f6gern wie \u00fcblich, in der Hoffnung auf eine wundersame Umkehrung. Unverbesserliche Dummheit. 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