{"id":804,"date":"2020-06-21T02:40:36","date_gmt":"2020-06-21T00:40:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.michaellaitman.com\/de\/?p=804"},"modified":"2020-06-21T02:40:36","modified_gmt":"2020-06-21T00:40:36","slug":"gleichberechtigung-ist-kein-leeres-wort","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.michaellaitman.com\/de\/news\/gleichberechtigung-ist-kein-leeres-wort\/","title":{"rendered":"Gleichberechtigung ist kein leeres Wort"},"content":{"rendered":"\r\n<p><strong><img decoding=\"async\" class=\"alignleft\" src=\"https:\/\/www.michaellaitman.com\/de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/ravensvto1.jpg\" alt=\"Gleichberechtigung ist kein leeres Wort\">Vor dem Hintergrund der Welle der Emp\u00f6rung \u00fcber den Tod von George Floyd wurde ich gefragt, wie es gem\u00e4\u00df der Kabbala m\u00f6glich ist, Rassenunterschiede zu \u00fcberwinden und dem Rassismus in all seinen Erscheinungsformen ein Ende zu setzen. Meine Antwort.<\/strong><\/p>\r\n<p><br>Zun\u00e4chst gilt es zu verstehen, dass der Hass auf andere in der menschlichen Natur selbst verwurzelt ist. Tiere der gleichen Art unterscheiden sich manchmal in Farbe, Charakter und F\u00e4higkeiten erheblich voneinander, dennoch f\u00fchrt es nicht zu Exzessen. Bei den Menschen ist dies anders. Die Unterschiede zwischen uns sind viel ausgepr\u00e4gter, grundlegender, krasser.<\/p>\r\n<p>Im Allgemeinen ist die Vielfalt und der Gegensatz ihrer Bestandteile, eine Eigenschaft der Natur. Jeder ist einzigartig. Keiner gleicht dem Anderen. Was sogar f\u00fcr Zwillinge gilt, gilt um so mehr f\u00fcr alle anderen Menschen. Uns trennt Vieles: Farbe, angeborene Eigenschaften, Geschlecht, Alter&#8230;<\/p>\r\n<p>Wie k\u00f6nner wir unter diesen Bedingungen zu Gleichheit und Einheit gelangen?<\/p>\r\n<p>So wie aus der Kakophonie eines Orchesters eine Symphonie wird, wenn alle Instrumente gestimmt sind und der Dirigent das Zeichen gibt. Der Dirigent ist die Liebe selbst.<\/p>\r\n<p>Die Wissenschaft der Kabbala bietet eine Methode zur Umsetzung dieser Prinzipien in die Praxis. Wichtig ist hierbei, dass wir uns nicht vor der Trennung zwischen uns f\u00fcrchten, sie nicht verschleiern, sie nicht b\u00f6swillig nutzen, sondern in ihr einen Aufruf nach der richtigen gegenseitigen Erg\u00e4nzung sehen.<\/p>\r\n<p>Solange wir nicht zu einer solchen Einstellung bereit sind, konfrontiert uns die Natur immer wieder mit grossen, scheinbar unl\u00f6sbaren Widerspr\u00fcchen. Trotz &#8222;guter Absichten&#8220; wachsen die Differenzen nur. Da \u00fcberrascht es nicht, dass in Amerika wieder einmal ein Konflikt rund um Sklaverei und Rassentrennung aufflammt. Die Thematik ist nicht vom Tisch. Daran hat auch der vorherige Pr\u00e4sident nichts ge\u00e4ndert.<\/p>\r\n<p>Gleichberechtigung kann nicht mit Slogans, Gewalt oder demonstrativer Selbsterniedrigung erzwungen werden. Es ist unm\u00f6glich, die urspr\u00fcnglichen Unterschiede auszuradieren, zu verschweigen, oder mit Heucheleien zu \u00fcberspielen. Hier ist Liebe notwendig. Aufrichtige Liebe, die nichts vorgibt, die keine Angst hat vor Gegens\u00e4tzen, sondern auf ihnen aufbaut.<\/p>\r\n<p>Ohne Liebe reden wir in unserem Verschiedensein immer wieder aneinander vorbei. Mit ihr hingegen steigen wir zu einer Gemeinsamkeit auf, in der alles konstruktiv, fruchtbar und vereint ist.<\/p>\r\n<p>Nur so k\u00f6nnen wir die Widerspr\u00fcche l\u00f6sen. Daf\u00fcr m\u00fcssen wir Menschen ausbilden. Wir m\u00fcssen ihnen erkl\u00e4ren, wie die Einzigartigkeit eines jeden in einer dynamischen, freiwilligen Komplementarit\u00e4t, in einer Gemeinschaft der unterschiedlichen Individuen, vollst\u00e4ndig verwirklicht werden kann.<\/p>\r\n<p>Es ist unm\u00f6glich, alle in den starren Rahmen eines gesellschaftlich propagierten &#8222;Ideals&#8220; zu zw\u00e4ngen. Die Menschen m\u00fcssen lernen, in einem integralen System zu leben, das es allen Individuen erm\u00f6glicht, sich der Einheit harmonisch anzuschlie\u00dfen.<\/p>\r\n<p>In einer solchen Gesellschaft gibt es keine gedem\u00fctigten und beleidigten Menschen &#8211; alle f\u00fchlen sich gleichgestellt, nicht kraft Gesetz, sondern dank der Umgebung. In einer solchen Gesellschaft findet jeder sein wahres, einzigartiges und vollkommen integriertes Selbst. Hier gibt es keine Spaltungen oder Abgr\u00fcnde, die alles zwischen uns zerst\u00f6ren, sondern Br\u00fccken und Verbindungen, die \u00fcber den Egoismus gespannt werden. Die Differenzen sind beseitigt &#8211; nicht verschleiert durch \u00e4u\u00dfere politische Korrektheit, sondern kompensiert durch interne \u00dcbereinstimmung.<\/p>\r\n<p>Offensichtlich ist das Potenzial f\u00fcr Einheit umso gr\u00f6\u00dfer, je gr\u00f6\u00dfer die Unterschiede zwischen uns sind. Indem wir all das ausgleichen, was uns trennt und spaltet, entdecken wir Liebe. Sie funkelt \u00fcber der Spannung zwischen den beiden Polen und bringt Frieden \u00fcber die Gegens\u00e4tze hinweg. Unser Problem ist nicht, dass wir anders sind, sondern dass wir noch nicht lieben k\u00f6nnen.<\/p>\r\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor dem Hintergrund der Welle der Emp\u00f6rung \u00fcber den Tod von George Floyd wurde ich gefragt, wie es gem\u00e4\u00df der Kabbala m\u00f6glich ist, Rassenunterschiede zu \u00fcberwinden und dem Rassismus in all seinen Erscheinungsformen ein Ende zu setzen. Meine Antwort. 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