{"id":793,"date":"2020-04-29T17:36:53","date_gmt":"2020-04-29T15:36:53","guid":{"rendered":"https:\/\/www.michaellaitman.com\/de\/?p=793"},"modified":"2020-04-29T17:36:56","modified_gmt":"2020-04-29T15:36:56","slug":"es-ist-zu-fruh-die-covid-19-beschrankungen-aufzuheben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.michaellaitman.com\/de\/news\/es-ist-zu-fruh-die-covid-19-beschrankungen-aufzuheben\/","title":{"rendered":"Es ist zu fr\u00fch, die COVID-19-Beschr\u00e4nkungen aufzuheben"},"content":{"rendered":"\n<p>Wir haben das Coronavirus nicht besiegt. Wir wissen zu wenig dar\u00fcber, wie es funktioniert, wie es \u00fcbertragen wird und welche Schritte wir unternehmen k\u00f6nnen, um die Beschr\u00e4nkungen zu lockern, ohne einen erneuten Ausbruch zu entfachen. Gleichzeitig m\u00fcssen wir uns nat\u00fcrlich mit lebensnotwendigen G\u00fctern wie Lebensmitteln und anderen versorgen und deshalb k\u00f6nnen wir die strikten Beschr\u00e4nkungen nicht mehr l\u00e4nger aufrechterhalten. Es ist ein schwieriges Dilemma: Die Regierungen versuchen, sich f\u00fcr das geringste \u00dcbel zu entscheiden, aber keine Option ist gut. Wenn die Beschr\u00e4nkungen gelockert werden, sollten wir besonders vorsichtig sein, da wir diejenigen sind, die den Preis daf\u00fcr bezahlen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Problem mit dem neuartigen Coronavirus besteht darin, dass seine Auswirkungen weit \u00fcber die ausgel\u00f6ste medizinische Krise hinausgehen. Sie reichen sogar weit \u00fcber den der ahnungslosen Welt auferlegten wirtschaftlichen Zusammenbruch hinaus.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Auswirkungen des Coronavirus sind in erster Linie sozialer Natur: Sie l\u00f6sen das ganze gesellschaftliche Gef\u00fcge auf. Die vorgeschriebene soziale Distanzierung schafft eine emotionale Distanz. Einsamkeit und Depression nehmen zu, ebenso wie auch h\u00e4usliche Spannungen, die zu Gewalt f\u00fchren. COVID-19 hat unsere K\u00f6rper krank gemacht, aber auch unsere emotionale Distanz zueinander offenbart.<\/p>\n\n\n\n<p>Soziale Distanzierung ist f\u00fcr unsere postmoderne Gesellschaft nichts Neues. Wir beklagen seit langem die Entfremdung, die durch unser Eintauchen in die sozialen Medien \u00fcber unsere Handys hervorgerufen wird, wodurch wir die soziale Kommunikation mit unseren Freunden und unserer Familie in der realen physischen Welt vernachl\u00e4ssigen. Doch solange wir physisch zusammen sein \u201cdurften\u201d, konnten wir uns einreden, dass es keine Distanzen zwischen uns gab. Jetzt, da wir physisch getrennt sind, suchen wir nach der N\u00e4he in unseren Herzen, nur um festzustellen, dass dort nichts zu finden ist. Das ist der schmerzhafteste Aspekt des Virus: Die Offenbarung, dass wir ganz allein sind, dass unsere Herzen leer sind und dass die Herzen derer, von denen wir dachten, sie w\u00fcrden uns lieben, genauso leer sind.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die Wahrheit w\u00fcrdigen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Wahrheit tut weh, das tut sie immer. Allerdings tut auch Heilung weh. Es ist unm\u00f6glich, etwas zu reparieren, wenn wir nicht wissen, dass es kaputt ist. Jetzt wissen wir, dass unsere Verbindungen zerbrochen sind. Die zarten F\u00e4den der Verbindung zwischen uns, die zuletzt noch bestanden, sind gerissen. Das zwingt uns zur Erkenntnis, dass wir ganz allein sind. Jetzt, da wir wirklich getrennt sind und uns ganz unten befinden, k\u00f6nnen wir beginnen, aufzusteigen. Von hier aus k\u00f6nnen wir eine neue und solide Gesellschaft aufbauen. Die Wahrheit tut weh, aber sie spielt eine wesentliche Rolle, wenn wir in einem gesunden K\u00f6rper, einem gesunden Verstand und einer gesunden Gesellschaft leben wollen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn wir das Beste aus der uns widerfahrenen Tortur machen wollen, dann d\u00fcrfen wir keine Zeit verlieren. Wir m\u00fcssen etwas \u00fcber die neue Welt lernen, die sich jetzt offenbart. In der neuen Welt wird Reichtum bedeutungslos, da man ihn nicht zur Schau stellen kann. Der Gedanke an eine Karriere verliert jeglichen Sinn, wenn so viele Menschen arbeitslos sind. Machtpositionen verlieren ebenfalls an Attraktivit\u00e4t, wenn so viele Menschen von Zuhause aus arbeiten oder ums \u00dcberleben k\u00e4mpfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Was bleibt uns? Wir haben einander. Wir haben unsere Familie und wir haben unsere Freunde. Sie leben mit uns zu Hause oder sind nur einen Anruf weit entfernt. Das Virus hat uns alles genommen, au\u00dfer die Dinge, die wirklich wichtig sind. Erst jetzt, da wir von den Ablenkungen befreit worden sind, k\u00f6nnen wir sie wirklich sehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Virus ist nicht hier, um die Menschheit zu vernichten. Es ist aufgetaucht, um uns zu zeigen, was wir jahrzehntelang verpasst und \u00fcbersehen haben: Unsere Lieben, unsere Familien und Freunde.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Das Virus gibt uns gerade genug N\u00e4he, um unsere Verbindungen wieder aufzubauen, und zwar auf der Grundlage gegenseitiger F\u00fcrsorge und gegenseitiger Verantwortung. Zur gleichen Zeit h\u00e4lt es uns auf genau der richtigen Distanz, um zu verhindern, dass wir erneut in die Grube der Ausbeutung und der Machtk\u00e4mpfe fallen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das neuartige Coronavirus ist ein unnachgiebiger Lehrer, aber wir waren bisher ungehorsame Sch\u00fcler. Je mehr wir mit dem Virus zusammenarbeiten, desto sanfter wird es sich uns gegen\u00fcber verhalten. Der Vater meines Lehrers, Baal HaSulam, schrieb, die Natur sei wie ein geschickter Lehrer, der uns entsprechend unserer Entwicklung bestraft. Seien wir weise genug, die Hinweise der Natur zu verstehen, um unsere Gesellschaft auf unterst\u00fctzenden und positiven Verbindungen zu gr\u00fcnden. Damit zwingen wir die Natur nicht dazu, uns weiter zu bestrafen.<br><\/p>\n\n\n\n<p><br><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir haben das Coronavirus nicht besiegt. Wir wissen zu wenig dar\u00fcber, wie es funktioniert, wie es \u00fcbertragen wird und welche Schritte wir unternehmen k\u00f6nnen, um die Beschr\u00e4nkungen zu lockern, ohne einen erneuten Ausbruch zu entfachen. 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