{"id":730,"date":"2016-10-03T19:06:52","date_gmt":"2016-10-03T17:06:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.michaellaitman.com\/de\/?p=730"},"modified":"2017-04-23T21:45:51","modified_gmt":"2017-04-23T19:45:51","slug":"merkel-und-hollande-haben-es-gemerkt-die-eu-stirbt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.michaellaitman.com\/de\/articles\/merkel-und-hollande-haben-es-gemerkt-die-eu-stirbt\/","title":{"rendered":"Merkel und Hollande haben es gemerkt: Die EU stirbt"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-353\" title=\"Klima - Der Ball liegt in unserem Spielfeld\" src=\"http:\/\/www.michaellaitman.com\/de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Merkel.png\" alt=\"\" width=\"456\" height=\"190\" \/><\/p>\n<p>(Quelle: <a href=\"http:\/\/www.huffingtonpost.de\/michael-laitman\/merkel-hollande-die-eu-stirbt_b_12210902.html?utm_hp_ref=politik\">Huffpost.de<\/a>)\u00a0Bundeskanzlerin Angela Merkel stellte fest: \u201eWir sind in einer kritischen Situation&#8220;, und f\u00fcgte hinzu, sie hoffe, dass Bratislava zeige, \u201edass wir zusammen arbeiten wollen.&#8220; Im seltenen Einklang mit ihr verk\u00fcndete Francois Hollande: \u201eWir sehen nun entweder einer Trennung, einer Schw\u00e4chung entgegen, oder wir w\u00e4hlen das Gegenteil und geben Europa gemeinsam einen Sinn.&#8220;<\/p>\n<p>Ich glaube ihnen. Sollte die EU zusammenbrechen, wird es die ganze Welt mit sich nach unten ziehen. Wie ein sich scheidendes Paar werden sich die L\u00e4nder nicht etwa in Frieden voneinander trennen.<\/p>\n<p>Sie werden sich auf den Kadaver st\u00fcrzen und versuchen, das gr\u00f6\u00dfte St\u00fcck f\u00fcr sich selbst zu bekommen, w\u00e4hrend andere gezwungen werden, durch den Schrott zu sieben. Dies wird den jahrhundertealten Hass zum Leben erwecken, der die d\u00fcnne Fassade der Gemeinschaftlichkeit, die von politischen Fraktionen aus v\u00f6llig falschen Gr\u00fcnden k\u00fcnstlich erstellt wurde, zerfetzen wird.<\/p>\n<h2 style=\"font-size: 18px; margin-bottom: 14px;\">In S\u00fcnde gezeugt<\/h2>\n<p>Schon bei ihrer Gr\u00fcndung ging die EU in die falsche Richtung. Die vereinte Wirtschaftskraft des Europ\u00e4ischen Blocks sollte den alten Kontinent wieder weltf\u00fchrend machen, auf gleicher H\u00f6he mit den USA, Russland und dem wachsenden Giganten China. Wirtschaft ist jedoch keine schwierige Wissenschaft.<\/p>\n<p>Sie reflektiert die Ziele und Werte einer Gesellschaft. Wenn aufeinander prallende Kulturen, tief verwurzelte Feindseligkeit sowie die Unf\u00e4higkeit, die jeweilige Sprache des anderen zu sprechen, zusammen in einen Topf geworfen werden, muss man damit rechnen, ein explosives Gericht zu kochen.<\/p>\n<p>Um Erfolg zu haben, h\u00e4tte die EU ihre Bev\u00f6lkerung im Vorfeld vorbereiten sollen. Man kann zum Beispiel nicht einfach alle Grenzposten an den Grenzen aufl\u00f6sen und eine freie Verkehrszone kreieren, wenn nicht alle L\u00e4nder im Vorfeld zur Einigung dar\u00fcber gelangt sind, wen sie auf ihr Hoheitsgebiet einreisen einlassen, und (haupts\u00e4chlich) wen sie auf das eigene Gebiet nicht einreisen lassen.<\/p>\n<p>Mann kann auch nicht die Wirtschaft aller EU Mitgliedsstaaten vereinen, wenn dies gewisserma\u00dfen die Ausrottung der Produktionsmittel f\u00fcr den Gro\u00dfteil der Mitglieder bedeutet, und dadurch eine vollkommene finanzielle Abh\u00e4ngigkeit von einigen wenigen M\u00e4chtigen erzeugt wird. Ohne einen von allen geteilten Sinn f\u00fcr Verantwortung ist eine solche Initiative zum Scheitern verurteilt. Deswegen habe ich bereits 1990 gesagt, dass diese ganze Idee hoffnungslos ist.<\/p>\n<h2 style=\"font-size: 18px; margin-bottom: 14px;\">Ein b\u00f6ses Erwachen<\/h2>\n<p>Aber es ist noch nicht zu sp\u00e4t. In einem Brief an die Regierungsinhaber der EU in Vorbereitung auf das Treffen in Bratislava schrieb EU-Ratspr\u00e4sident Tusk: \u201eWir alle f\u00fchlen, dass wir gerade in diesen turbulenten, von Krisen und Konflikten gezeichneten Zeiten, mehr denn je eine Best\u00e4tigung unseres Gemeinschaftsgef\u00fchls brauchen.&#8220;<\/p>\n<p>Dieses sp\u00e4te Erwachen der EU mag schmerzhaft und schwierig sein, doch es bleibt noch Zeit, es richtig zu machen, wenn es wahrhaftig ein \u201eGemeinschaftsgef\u00fchl&#8220; gibt und eine gemeinsame Verantwortung f\u00fcr das Wohlbefinden aller.<\/p>\n<p>Das erste, woran wir uns erinnern sollten, ist die Tatsache, dass der Frieden ein dynamischer Prozess ist. Die menschliche Natur entwickelt sich st\u00e4ndig, und immer in Richtung einer st\u00e4rkeren Selbstzentriertheit.<\/p>\n<p>Der Natur wohnt jedoch eine Kraft inne, welche die angeborene Macht der Selbstsucht in der ganzen Sch\u00f6pfung ausgleichen kann. Dies erlaubt die Erhaltung, Evolution und das Gedeihen der Spezies. Tiere versuchen nicht, andere Gattungen oder ihresgleichen zu zerst\u00f6ren. Deren Ringen dient alleinig dem \u00dcberleben.<\/p>\n<p>Dies kreiert ein ausgeglichenes \u00d6kosystem auf dem ganzen Planeten, in dem das Wohlergehen und Gedeihen jeder einzelnen Spezies vom Wohlergehen aller anderen Spezies im System abh\u00e4ngt, und letztere daher unterst\u00fctzt.<\/p>\n<p>Den Menschen fehlt diese Hemmschwelle. Wir nehmen uns weitestgehend was immer wir k\u00f6nnen, von wem auch immer wir k\u00f6nnen, und sollte es dabei auch noch m\u00f6glich sein, den anderen dabei zu erniedrigen, dann ist es \u00fcberhaupt am besten.<\/p>\n<p>Dies kreiert eine Menge an Problemen &#8211; Ungleichheit, Diskriminierung, Unterdr\u00fcckung und Depression, die wiederum zur Aggression f\u00fchren. Zur gleichen Zeit zwingen uns unsere Verlangen nach Ausbeutung und Herrschaft dazu, uns immer enger zu verbinden. Das Ergebnis davon in ein B\u00fcndnis, das niemand will, und aus dem sich niemand befreien kann.<\/p>\n<p>Dies ist nun in wenigen Worten die Geschichte der Globalisierung. Wenn wir es also verhindern wollen, dass wir uns gegenseitig umbringen, sollten wir lernen zu koexistieren, wenn m\u00f6glich freundschaftlich.<\/p>\n<h2 style=\"font-size: 18px; margin-bottom: 14px;\">Einziger Ausweg<\/h2>\n<p>Europa kann die EU nicht aufl\u00f6sen. Die Wut, die sich durch die Krise angesammelt hat, in Verbindung mit einer langen Geschichte von Blutvergie\u00dfen, wird eine solche Aufl\u00f6sung brutal und t\u00f6dlich machen, nicht nur f\u00fcr Europa, sondern f\u00fcr die ganze Welt. Wie Merkel und Hollande festgestellt haben, ist der einzige Weg, diese Kriese zu l\u00f6sen, es gemeinsam zu tun. Bei gleichzeitiger Erkenntnis, dass dies f\u00fcr einen erfolgreichen Heilungsprozess Europas unumg\u00e4nglich ist.<\/p>\n<p>Damit die EU gedeihen kann, muss es ein System kreieren, welches eine \u201ePaneurop\u00e4ische Erziehung zur Verbindung&#8220; f\u00fcr jeden einzelnen B\u00fcrger der EU zur Verf\u00fcgung stellt. Alle Einwohner und tempor\u00e4ren Residenten der EU m\u00fcssen an verpflichtenden Kursen teilnehmen, die unterrichten, wie man praktisch kooperieren und sich \u00fcber die Unterschiede hinweg vereinen kann &#8211; nicht nur theoretisch, sondern in Praxis.<\/p>\n<p>Diese \u201ePflichtbildung&#8220; mag extrem klingen, doch sie wird viel eher f\u00fcr das \u00dcberleben der EU f\u00f6rdernd sein, als zum Beispiel der Vorschlag, eine \u201eEU- Armee&#8220; zu gr\u00fcnden. Wenn nun alle Einwohner der EU, statt in die EU-Streitkr\u00e4fte eingezogen zu werden, zu einer Ausbildung zur Einheit \u201erekrutiert&#8220; werden, wird der Block einen echten Kampfvorteil haben.<\/p>\n<p>Diese Anstrengung, sich zu verbinden, wird jene Kraft entfesseln, welche die Balance auf allen Ebenen der Natur au\u00dfer unserer eignen aufrechterh\u00e4lt. Sie wird die Europ\u00e4er dazu bef\u00e4higen, deren Isolationismus in der gleichen Art und Weise auszugleichen, wie es die Natur mit der Selbstzentriertheit im Tierreich macht.<\/p>\n<p>Indem sie in Richtung der Einheit arbeiten, werden die Europ\u00e4er eine gemeinsame Identit\u00e4t als Gesamtblock entwickeln. Solange Menschen sich selbst als Deutsche, Franzosen, Spanier oder Italiener betrachten, noch bevor sich selbst als Europ\u00e4er identifizieren, bleibt es praktisch unm\u00f6glich, alles in einem Flickenteppich namens \u201eUnion&#8220; zusammenzuhalten.<\/p>\n<p>Die so entstehende europ\u00e4ische Identit\u00e4t darf jedoch die nationale Identit\u00e4t nicht unterdr\u00fccken, sondern eher als eine \u201eDecke&#8220; funktionieren, unter welcher jeder Unterschlupf finden kann. Diese allumfassende Einheit, welche die ausgleichende Kraft Europas ist, wird es jeder Nation erm\u00f6glichen, sich \u00fcber den Drang des Isolationismus hinweg zu erheben, um zum Wohle ganz Europas zu arbeiten.<\/p>\n<p>Es ist ganz klar, dass diese Einheit am Anfang rein gespielt sein wird. Doch im Prozess der Einsch\u00e4rfung dieser Grundlagen werden sich die Europ\u00e4er f\u00fcr diese Idee erw\u00e4rmen. St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck werden sich die Meinungen \u00e4ndern, und eine neue Stimmung wird aufkommen.<\/p>\n<p>Schlussendlich ist es undenkbar f\u00fcr eine Zelle, deren eigene Existenz als getrennt von der Existenz des gesamten Organismus, in dem sie sich befindet, wahrzunehmen, und so werden auch die L\u00e4nder sich als integrale Teile eines gr\u00f6\u00dferen Ganzen, das \u201eEuropa&#8220; genannt wird, ansehen. Deren Sorge um Europa wird sie nicht schw\u00e4chen, sondern ihnen zus\u00e4tzliche Vitalit\u00e4t und Macht liefern.<\/p>\n<p>Da wir zunehmend verbundener werden, wird eine gut gemeinte Wechselseitigkeit f\u00fcr alle Beteiligten vorteilhafter sein als die aktuell existierenden krankhaften Bande, und Europa wird zu der Macht werden, die es immer sein wollte.<\/p>\n<p>Wenn Einheit in Europa herrscht, wird deren sowieso schon verschiedenartige Bev\u00f6lkerung dem Kontinent Vitalit\u00e4t und Agilit\u00e4t geben, von denen andere Kontinente und M\u00e4chte nur tr\u00e4umen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Wie Merkel gesagt hat, die Situation ist kritisch. Wir n\u00e4hern uns dem Wendepunkt, nach dem alles in St\u00fccke zerfallen wird. Die Zeit zu handeln ist jetzt, und die Wahl ist eindeutig: Alle gewinnen gemeinsam oder alle verlieren gemeinsam.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(Quelle: Huffpost.de)\u00a0Bundeskanzlerin Angela Merkel stellte fest: \u201eWir sind in einer kritischen Situation&#8220;, und f\u00fcgte hinzu, sie hoffe, dass Bratislava zeige, \u201edass wir zusammen arbeiten wollen.&#8220; Im seltenen Einklang mit ihr verk\u00fcndete Francois Hollande: \u201eWir sehen nun entweder einer Trennung, einer<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"https:\/\/www.michaellaitman.com\/de\/articles\/merkel-und-hollande-haben-es-gemerkt-die-eu-stirbt\/\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":52,"featured_media":731,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[19],"tags":[377,353,378,379],"class_list":["post-730","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-articles","tag-eu","tag-europa","tag-hollande","tag-merkel"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.michaellaitman.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/730","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.michaellaitman.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.michaellaitman.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.michaellaitman.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/52"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.michaellaitman.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=730"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.michaellaitman.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/730\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.michaellaitman.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/731"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.michaellaitman.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=730"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.michaellaitman.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=730"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.michaellaitman.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=730"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}