{"id":726,"date":"2016-10-17T18:58:40","date_gmt":"2016-10-17T16:58:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.michaellaitman.com\/de\/?p=726"},"modified":"2017-04-23T21:33:31","modified_gmt":"2017-04-23T19:33:31","slug":"e-mail-das-jahr-der-veraenderung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.michaellaitman.com\/de\/articles\/e-mail-das-jahr-der-veraenderung\/","title":{"rendered":"Das Jahr der Ver\u00e4nderung"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-353\" title=\"Klima - Der Ball liegt in unserem Spielfeld\" src=\"http:\/\/www.michaellaitman.com\/de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/granatapfel.png\" alt=\"\" width=\"456\" height=\"190\" \/><\/p>\n<p>(Quelle: <a href=\"http:\/\/www.huffingtonpost.de\/michael-laitman\/das-jahr-der-veraenderung_b_12438308.html\">Huffpost.de<\/a>) Jahr um Jahr versammelt sich der (f\u00fcr gew\u00f6hnlich erweiterte) Familienkreis am <em>Rosh-HaShanah<\/em>-Tisch, und ein lebendiges Geschw\u00e4tz erf\u00fcllt die Luft. Doch oft r\u00fcckt ein sehr j\u00fcdisches Narrativ in den Vordergrund, und das friedliche Geplauder wird zur Neckerei, die sich wiederum in den j\u00fcdischen Dauerfavoriten verwandelt: gegenseitige Schuldzuweisungen. Auch dieses Jahr war es nicht anders. Aber wie w\u00e4re es mit dem folgenden Vorsatz f\u00fcr das neue j\u00fcdische Jahr: Wenn wir uns schon streiten, dann doch wenigstens \u00fcber ein wirklich heikles Thema: Einheit, und zwar die Einheit des j\u00fcdischen Volkes.<\/p>\n<p>Was ist Einheit \u00fcberhaupt und wer braucht sie? Einheit ist ein Gef\u00fchl der Zugeh\u00f6rigkeit und der gegenseitigen F\u00fcrsorge und Verantwortung. Es ist eine so innige Sorge f\u00fcr eine andere Person, dass ihre Verlangen zu den eigenen werden. Einheit ist, wie sich eine echte Familie anf\u00fchlt. Wer w\u00fcrde das nicht wollen?<\/p>\n<p>Andererseits: warum sollten wir uns mit Menschen vereinen, die wir nicht m\u00f6gen? K\u00f6nnen wir nicht alles haben, was wir begehren, ohne uns mit Fremden zu vereinen? Materialistisch gesehen k\u00f6nnten wir vermutlich fast alles haben, was wir uns w\u00fcnschen. Wenn uns allerdings materielle G\u00fcter gl\u00fccklich machen w\u00fcrden, dann w\u00fcrde unsere wohlhabende westliche Gesellschaft nicht an Depression, Aggression, Realit\u00e4tsflucht und Narzissmus leiden. Die fehlende Zutat zum Gl\u00fcck in unserem Leben ist die positive Vernetzung. Wenn wir Misstrauen, Entfremdung und Hass aus unserem Leben werfen und stattdessen Vertrauen, N\u00e4he und Zusammenarbeit darin unterbringen w\u00fcrden, w\u00e4ren wir dann jemals ungl\u00fccklich?\u00a0Wenn man tats\u00e4chlich zur Wurzel all unserer Probleme vordringt, erkennt man klar, dass die eigentliche Ursache des ganzen menschlichen Leids die menschliche Natur selbst ist. Heilen wir sie, werden wir alles geheilt haben.<\/p>\n<div id=\"modulous_mid_article\" class=\"ad_spot\"><\/div>\n<p><strong>(Ur)-V\u00e4ter und M\u00fctter wussten es zuerst<\/strong><\/p>\n<p>Abraham war der Erste, der erkannte, dass das Ego die Ursache von all unseren Problemen ist. Der <em>Midrasch (Bereschit Rabba)<\/em> erz\u00e4hlt uns, dass als Abraham erkannte, dass seine Landsleute egozentrisch wurden und sich voneinander entfremdeten, Sarah und er ihr Zelt f\u00fcr alle \u00f6ffneten und Barmherzigkeit und Kameradschaft lehrten.<\/p>\n<p>Nachdem Nimrod Abraham f\u00fcr die Verbreitung von dessen Ideen der Einheit aus Babylon vertrieben hatte, zog dieser mit seiner Gefolgschaft nach Kanaan, und auf dem Weg sammelte er diejenigen auf, die sich f\u00fcr die Idee der Einheit begeisterten. Dies war der Kern des Volkes Israel. Offenbar waren unsere Vorfahren ein einzigartiges Ph\u00e4nomen. Sie gr\u00fcndeten ein Volk, welches nicht auf einer gemeinsamen Kultur, Sprache oder biologischen Verwandtschaft, sondern auf einer gemeinsamen Idee beruhte, dass Einheit der Schl\u00fcssel zum Gl\u00fcck ist.<\/p>\n<p>Nachdem wir aus \u00c4gypten auszogen, brachte Moses unsere Einheit ein St\u00fcck weiter, und zwar als wir uns dazu verpflichteten, wie \u201eein Mensch mit einem Herzen&#8220; zu sein. Erst als wir uns diesem Grundsatz verpflichteten, wurden wir \u201eoffiziell&#8220; zu einem Volk.<\/p>\n<p>Wie Abraham vor ihm, beabsichtigte Moses nicht, die Einheit ausschlie\u00dflich f\u00fcr Juden zu wahren. <em>RaMCHal <\/em>schreibt <em>(RaMCHALs Kommentar zur Tora<\/em>), dass \u201eMoses sich w\u00fcnschte, die Korrektur der Welt zu jener Zeit zu vervollst\u00e4ndigen, sein Ziel aber wegen der Verfehlungen, zu denen es auf dem Weg kam, nicht erreichte&#8220;.<\/p>\n<p>Anstelle einer vollkommenen Korrektur hinterlie\u00df uns Moses daher die Aufgabe, wie \u201eein Licht f\u00fcr die V\u00f6lker&#8220; zu sein, indem wir die Einheit an alle Menschen \u00fcbermitteln, die sie nicht durch Abraham oder Moses empfangen konnten.<\/p>\n<p><strong>F\u00fcr Liebe K\u00e4mpfen<\/strong><\/p>\n<p>Es war nicht einfach, aber unsere Vorfahren gaben sich gr\u00f6\u00dfte M\u00fche, um ihre Einheit aufrechtzuerhalten. Auch sie erfuhren Ausbr\u00fcche des Egoismus, aber sie lernten, ihre Bindung zu st\u00e4rken, indem sie ihre Egos mit der Liebe f\u00fcr andere im Gleichgewicht hielten.<\/p>\n<p><em>Das Buch Sohar (Achare Mot)<\/em> beschreibt den intensiven Hass, welchen die alten Juden erlebten, und wie sie das Endziel, Einheit und Liebe f\u00fcr andere an die ganze Welt zu \u00fcbermitteln, im Herzen behielten. \u201e Siehe wie gut und angenehm, wenn Br\u00fcder geeint zusammen sitzen.&#8220; \u201eDiese sind die Freunde, als sie unzertrennbar zusammensitzen. Zuerst scheinen sie wie Krieger, die sich gegenseitig umbringen m\u00f6chten. Dann kehren sie zu einem Zustand von br\u00fcderlicher Liebe zur\u00fcck. &#8230;Und Ihr, die Freunde, die ihr hier seid, so wie Ihr zuvor in Zuneigung und Liebe ward, so werdet ihr euch auch fortan nicht trennen &#8230; Und wegen eurem Verdienst wird es Frieden in der Welt geben.&#8220;<\/p>\n<p><strong>Judenhass Beginnt<\/strong><\/p>\n<p>Vor ungef\u00e4hr zwei Jahrtausenden misslang uns der \u00dcbergang vom Wunsch, einander zu t\u00f6ten, wie der Sohar es ausdr\u00fcckt, zum Wunsch, einander wie Br\u00fcder zu lieben. Erbitterter Hass brach zwischen uns aus und verursachte unser Exil. Schlimmer noch, ohne einander zu lieben und ohne Einheit waren wir nicht in der Lage dazu, ein Licht f\u00fcr die V\u00f6lker zu sein. Durch unseren Hass haben wir das Tor zum Gl\u00fcck der Welt verschlossen.<\/p>\n<p>Die heutige westliche Gesellschaft besteht weitgehend aus den Nachkommen der Babylonier, die Abraham und Moses miteinander verbinden wollten. Wer wird ihnen ohne unsere Einheit den Weg zeigen?<\/p>\n<p>Als wir, die als Wegf\u00fchrer auf dem Weg zur Verbindung angedacht waren, in unbegr\u00fcndeten Hass verfielen, begannen die Nation unbewusst damit, uns f\u00fcr ihre Schwierigkeiten zu beschuldigen. Da sie das Wesen unserer Verfehlungen nicht deutlich aussprechen k\u00f6nnen, bezichtigen sie uns aller Schwierigkeiten, denen sie gegen\u00fcber standen. Zur gleichen Zeit haben wir, ein Volk, welches einst die N\u00e4chstenliebe als Inbegriff unseres Rechtssystems verstand, unsere Einheit nicht weiterverfolgt und unsere Aufgabe vergessen. So konnten wir auch die Wut der V\u00f6lker nicht verstehen. Dadurch entstand das, was wir als Antisemitismus bezeichnen.<\/p>\n<p><strong>Je Gr\u00f6\u00dfer das Ego, desto Gr\u00f6\u00dfer ihr Hass<\/strong><\/p>\n<p>Mit jeder neuen Generation verst\u00e4rkt sich der menschliche Egoismus und veranlasst uns dazu, eifriger und b\u00f6sartiger die Vernichtung des Anderen zu suchen. Ohne ein Gegenmittel gegen unsere eigene wachsende B\u00f6sartigkeit werden wir uns selbst und unseren Planeten zerst\u00f6ren.<\/p>\n<p>Das Ego verst\u00e4rkt sich wellenf\u00f6rmig. Diese Wellen \u00fcberschwemmen die Welt und lassen dann nach, um der Menschheit Ruhe f\u00fcr Selbst\u00fcberpr\u00fcfung und Korrektur zu geben. Die j\u00fcngste Welle trat in Form des 2. Weltkrieges auf. Nun stehen wir einer weiteren Welle gegen\u00fcber, und wie immer wird sich die Wut zuerst gegen die Juden entladen. Da unsere Egos ruchloser denn je sind, wie wir leicht erkennen k\u00f6nnen, wenn wir auf die Welt um uns herum schauen, sollten wir erwarten, dass die n\u00e4chste Runde des Judenhasses verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig schlimmer wird.<\/p>\n<p><strong>Zur\u00fcck zu den Wurzeln<\/strong><\/p>\n<p>Trotz alldem k\u00f6nnen wir den verh\u00e4ngnisvollen Trend noch umkehren, wenn wir zu den Wurzeln unseres Stammes zur\u00fcckkehren. Es spielt keine Rolle, dass die V\u00f6lker nicht wissen, dass das, was sie von uns brauchen, die Einheit ist, oder dass wir deren Vorz\u00fcge vergessen haben. Alles was wir machen m\u00fcssen, ist es, uns daran zu erinnern, dass \u201eHass Hader erregt, und Liebe alle \u00dcbertretungen bedeckt&#8220; (Sprichw\u00f6rter 10:12).<\/p>\n<p>Die br\u00fcderliche Liebe zwischen uns wird erwachen, sobald wir sie durch unsere Anstrengungen in Bewegung setzen. Unmittelbar danach werden wir damit beginnen, abermals \u201eein Licht f\u00fcr die V\u00f6lker&#8220; zu sein, und dann wird die Welt anfangen, ihre Einstellung uns gegen\u00fcber zu ver\u00e4ndern. Aus diesem Grund steht geschrieben: \u201eDie Hauptverteidigung gegen Unheil ist Liebe und Einheit. Wenn es Liebe, Einheit und Freundschaft untereinander in Israel gibt, kann kein Unheil \u00fcber sie kommen&#8220; (<em>Maor Waschemesch<\/em>).<\/p>\n<p>In der Hoffnung, seine Br\u00fcder in Polen vor dem Holocaust zu retten, schrieb Rabbi Yehuda Ashlag: \u201eDas israelische Volk wurde als eine Verbindungsstelle errichtet, durch welche Funken der Reinigung zur gesamten Menschheit in der ganzen Welt weiterflie\u00dfen werden.&#8220; Damals fand sein Appell keine Beachtung. Wir d\u00fcrfen es nicht noch einmal geschehen lassen.<\/p>\n<p><strong>Mit den gegenseitigen Schuldzuweisungen aufh\u00f6ren<\/strong><\/p>\n<p>Lasst uns in diesem Jahr die gegenseitigen Schuldzuweisungen endg\u00fcltig vom Fenster werfen. <em>Rosh HaShanah<\/em> ist nicht nur der Anfang eines neuen Jahres; es ist auch <em>Rosh Hashinui <\/em>(der Anfang der Ver\u00e4nderung). Der Hass der Welt uns gegen\u00fcber veranlasst die Welt dazu, jede einzelne unserer Bewegungen zu beobachten. Lasst uns dies zu unserem Vorteil nutzen und nicht zum Vorteil der Welt. Lasst uns miteinander verbinden und zeigen, dass wir \u201eunsere \u00dcbertretungen mit Liebe bedecken&#8220; k\u00f6nnen. Lasst uns den Weg zum Frieden ebnen, indem wir den Frieden zwischen uns selbst herstellen. Lasst uns in diesem Jahr \u201eein Licht f\u00fcr die V\u00f6lker&#8220; sein, zum ersten Mal in der neueren Geschichte, und lasst uns dieses Jahr zum Jahr der Ver\u00e4nderung machen.*<\/p>\n<p><em>Chag Sameach<\/em><\/p>\n<p>Frohes Neues Jahr<\/p>\n<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;<br \/>\n*In Israel und in der ganzen Welt haben es viele Organisationen und Bewegungen auf sich genommen, dem j\u00fcdischen Volk bei seiner Vereinigung zu helfen. Die Arvut (gegenseitige Verantwortung)-Bewegung veranstaltet beispielsweise jede Woche Duzende von Aktivit\u00e4ten- von Verbindungskreisen auf der Strandpromenade von Tel Aviv bis hin zu Diskussionen \u00fcber Integrale Erziehung zur Verbesserung der Umst\u00e4nde in vielen Einrichtungen. Diskussionen am Runden Tisch sind in der ganzen Welt durchgef\u00fchrt worden, um den Wert der Einheit zu f\u00f6rdern. New York und San Francisco (USA), Toronto (Kanada), Frankfurt und N\u00fcrnberg (Deutschland), Rom (Italien), Barcelona (Spanien), St. Petersburg und Perm (Russland) sind einige der vielen Orten, an denen diese Verbindungsaktivit\u00e4ten stattgefunden haben, mit dem gleichen durchschlagenden Erfolg wie in Israel.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(Quelle: Huffpost.de) Jahr um Jahr versammelt sich der (f\u00fcr gew\u00f6hnlich erweiterte) Familienkreis am Rosh-HaShanah-Tisch, und ein lebendiges Geschw\u00e4tz erf\u00fcllt die Luft. 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