{"id":715,"date":"2017-01-21T18:21:30","date_gmt":"2017-01-21T17:21:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.michaellaitman.com\/de\/?p=715"},"modified":"2017-04-20T18:25:31","modified_gmt":"2017-04-20T16:25:31","slug":"vergesst-opiate-werdet-high-von-der-verbindung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.michaellaitman.com\/de\/articles\/vergesst-opiate-werdet-high-von-der-verbindung\/","title":{"rendered":"Vergesst Opiate, werdet high von der Verbindung"},"content":{"rendered":"<p>(Quelle: <a href=\"http:\/\/www.huffingtonpost.de\/michael-laitman\/vergesst-opiate-werdet-high-von-der-verbindung_b_14278946.html\">Huffpost.de<\/a>) In einem faszinierenden <a href=\"http:\/\/www.huffingtonpost.com\/johann-hari\/the-real-cause-of-addicti_b_6506936.html\">Artikel<\/a> auf <em>Huffington Post<\/em> erkl\u00e4rt Hari im Detail, wie er die Wahrheit \u00fcber die Sucht herausgefunden hat, und worin er die L\u00f6sung f\u00fcr sie sieht. Die urspr\u00fcngliche Theorie f\u00fcr die Erkl\u00e4rung der Drogensucht sei durch Experimente an Ratten entstanden, so Hari.\u00a0Diese seien auf zwei K\u00e4fige mit zwei Wasserflaschen verteilt worden, eine davon mit purem Wasser, die andere enthielt Wasser mit Heroin. Die Ratten h\u00e4tten von beiden Flaschen gekosten und seien nach einigen Malen s\u00fcchtig nach Heroin geworden. Sie tranken nur noch aus der Flasche mit der Droge, bis sie letztlich gestorben seien.<\/p>\n<p>Das Problem, so Hari in seinem Artikel, bestehe darin, dass die Ratten in ihrem K\u00e4fig allein gelassen worden seien, obwohl Ratten sehr gesellschaftliche Tiere sind, genau wie wir. Ein Psychologie-Professor in Vancouver, Bruce Alexander, entschloss sich zu pr\u00fcfen, ob die Suchttheorie unter anderen Umst\u00e4nden halten w\u00fcrde.\u00a0Er f\u00fchrte dasselbe Experiment mit den zwei Flaschen durch, unterbrachte die Ratten aber in einem K\u00e4fig, das Hari als &#8222;Rattenpark&#8220; bezeichnet, mit &#8222;bunten B\u00e4llen und dem besten Rattenfutter, mit Tunneln, durch die sie huschen konnten, und vielen Freunden: allem, was eine durchschnittliche Ratte sich w\u00fcnschen k\u00f6nnte&#8220;.<\/p>\n<p>Wie zuvor probierten die Ratten auch hier von den zwei Flaschen, doch diesmal kamen sie kaum je zu dem Wasser mit der Droge zur\u00fcck, und keine wurde s\u00fcchtig. Hari schrieb: &#8222;W\u00e4hrend alle Ratten, die allein und ungl\u00fccklich waren, st\u00e4ndig zur Droge griffen, tat es keine der Ratten, die eine gl\u00fcckliche Umgebung hatten.&#8220;\u00a0Die Schlussfolgerungen, die Hari f\u00fcr die Drogensucht unter Menschen zog, waren noch verbl\u00fcffender als seine Erkenntnisse \u00fcber die Drogensucht unter Ratten. Er fand heraus, dass hospitalisierte Patienten, die gro\u00dfe Mengen von Schmerzmitteln auf der Basis von Opiaten bekommen, selten s\u00fcchtig werden. Gleiches galt f\u00fcr Soldaten im Vietnamkrieg.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend sie im Einsatz waren, wurden etwa zwanzig Prozent von ihnen heroins\u00fcchtig. Nach ihrer R\u00fcckkehr jedoch h\u00f6rten sie einfach auf, es zu nehmen, ohne dass daf\u00fcr Entzugsprogramme vonn\u00f6ten gewesen w\u00e4ren.\u00a0Wie bei Ratten galt hier auch &#8211; sobald Menschen in eine unterst\u00fctzende und liebevolle Umgebung zur\u00fcckkehren, h\u00f6ren sie auf, Drogen zu nehmen, weil sie diese einfach nicht mehr brauchen. Zum Schluss stellt Hari fest: &#8222;Das Gegenteil von Sucht ist nicht N\u00fcchternheit; es ist zwischenmenschliche Verbindung&#8220;.<\/p>\n<h2 style=\"font-size: 18px; margin-bottom: 14px;\">Was passiert, wenn wir den guten K\u00e4fig meiden<\/h2>\n<p>Der Mangel an zwischenmenschlicher Verbindung resultiert in mehr als nur Drogensucht. Er verursacht oder verschlimmert so viele k\u00f6rperliche und seelische gesundheitliche Probleme, dass es den Anschein erweckt, dass der Bedarf nach Gesundheitsvorsoge faktisch vollst\u00e4ndig entfallen w\u00fcrde, k\u00f6nnte man diesen einen Mangel beheben.\u00a0In einem Interview f\u00fcr das israelische Channel 2 sagte Thomas Friedman von den New York Times, er habe neulich den Sanit\u00e4tsinspekteur der Vereinigten Staaten, Vivek Myrthy gefragt, was die am meisten verbreitete Krankheit in den USA sei, sei es Krebs, Diabetes, seien es Herz- und Kreislaufkrankheiten?<\/p>\n<p>Dieser habe geantwortet, nichts davon; es sei die Isolation. Nicht Herzkrankheiten, nicht Depressionen, nicht einmal Drogensucht, sondern die gesellschaftliche Isolation schafft mehr Kranksein in den USA als jedes andere gesundheitliche Problem.\u00a0Verbindet man das mit der zunehmenden Erreichbarkeit und Erschwinglichkeit von Stra\u00dfen &#8211; und rezeptpflichtigen Drogen, dann sieht man, dass wir f\u00fcr uns selbst unbeabsichtigt eben jene Zust\u00e4nde geschaffen haben, die Menschen und Ratten in den Drogenmissbraucht und die Sucht treiben. Wir haben uns in den falschen K\u00e4fig gebracht, n\u00e4mlich in gesellschaftliche Isolation, und versuchten, dem K\u00e4fig durch Drogenkonsum zu entfliehen.<\/p>\n<p>William Lisman ist Rechtsmediziner in Luzerne County in Pennsylvania, dem offiziell <a href=\"http:\/\/www.nbcnews.com\/news\/us-news\/wilkes-barre-faces-heroin-scourge-turning-it-most-unhappy-place-n699541\">&#8222;ungl\u00fccklichsten Ort von Amerika&#8220;<\/a>. \u00dcber Jahre hinweg hat er viele Tode gesehen, deren Ursache die \u00dcberdosis von rezeptpflichtigen Medikamenten war. Er bringt seine Sicht der Situation sehr direkt zum Ausdruck: &#8222;Wir haben viele Menschen, die mit ihrem Leben ungl\u00fccklich sind. Menschen, die Drogen nehmen, wollen fliehen&#8220;.<\/p>\n<h2 style=\"font-size: 18px; margin-bottom: 14px;\">Warum das Elend<\/h2>\n<p>Wenn wir Ratten w\u00e4ren, w\u00e4re es ziemlich einfach, uns gl\u00fccklich zu machen. Ratten sind vollkommen gl\u00fccklich, wenn sie bunte B\u00e4lle, gutes Futter und gute Gesellschaft zur Verf\u00fcgung haben. Wir Menschen haben all das, und mehr als das.\u00a0Das Leben bietet jede erdenkliche Form von Entertainment, es gibt eine F\u00fclle von Essen, und um uns herum gibt es \u00fcberall Menschen. Viele von uns meiden all das jedoch und isolieren sich. Warum entfremden wir uns voneinander? Warum gibt es unter uns so viel Hass, wenn wir in unserem &#8222;Menschenpark&#8220; gl\u00fccklich bis an unser Lebensende leben k\u00f6nnten? Darauf gibt es nur eine Antwort: das Ego.\u00a0Der Aufbau des menschlichen Verlangens ist einzigartig. Alle anderen Tiere streben nur danach, ihre Bed\u00fcrfnisse zu befriedigen. Wenn sie genug Nahrung haben, um sich am Leben zu erhalten, und Obdach f\u00fcr ihre Jungen, dann sind sie gem\u00fctlich und zufrieden.<\/p>\n<p>Bei uns gilt dagegen, dass wir mehr wollen, je mehr wir haben. \u00dcber Lebensunterhalt und Vermehrung hinaus begehren wir Macht, Ruhm, Wissen und Respekt. Der Lebensunterhalt ist nicht genug; wir wollen \u00dcberlegenheit. 1998 ver\u00f6ffentlichte das <em>Journal of Economic Behavior &amp; Organisation<\/em> Ergebnisse der Studie, die von Wirtschaftsprofessoren der Harvard Universit\u00e4t, David Hemenway und Sara Solnick, durchgef\u00fchrt wurde.<\/p>\n<p>In ihrer Forschungsarbeit mit dem Titel: &#8222;Ist mehr immer besser? Eine Studie zum Positionsverhalten&#8220;, kommen die Autoren zu dem Schluss, dass viele Menschen es vorziehen, 50 Tausend Dollar im Jahr zu verdienen, wenn andere 25 Tausend verdienen, als 100 Tausend Dollar, w\u00e4hrend andere 200 Tausend verdienen. Mit anderen Worten, sobald unsere Grundbed\u00fcrfnisse gesichert sind, ist f\u00fcr uns nicht ausschlaggebend, ob wir reich sind, sondern ob wir <em>reicher als andere<\/em> sind.\u00a0Sowohl unser Neid als auch der Hass gegen andere verbinden uns, und wir vergleichen uns st\u00e4ndig mit anderen und entfremden uns, da wir uns nicht mit ihnen verbinden, sondern \u00dcberlegenheit erlangen wollen. Auf diesem Wege verdirbt unser Ego unsere Beziehungen zu anderen. Wenn wir das Ego loswerden k\u00f6nnten, w\u00e4ren wir zufrieden, aber dabei w\u00e4ren wir wie Ratten &#8211; wir w\u00fcrden uns mit Futter und Obdach zufrieden geben.<\/p>\n<p>Wir k\u00f6nnen aber nicht wie Ratten sein. Das Ego ist der Motor unserer Evolution, die Treibkraft des Progresses. Unsere Weisen sagen uns im <em>Midrash (Kohelet<\/em>): &#8222;Man verl\u00e4sst diese Welt nicht mit der H\u00e4lfte der erf\u00fcllten W\u00fcnsche. Wer hundert hat, will zweihundert; wer zweihundert hat, will vierhundert&#8220;.\u00a0Wie die eben dargestellte Studie zeigt, sind unsere Egos soweit angewachsen, dass sie sich nicht damit zufrieden geben, mehr zu haben; sie wollen mehr haben <em>als andere<\/em>. Schlimmer als das: wir genie\u00dfen es oft, Menschen Schmerzen zuzuf\u00fcgen aus nichts als dem puren Vergn\u00fcgen daran, sie zu verletzen. Kein Tier genie\u00dft es, zweckloses Leid zuzuf\u00fcgen, nur Menschen tun es.<\/p>\n<p>Einer der f\u00fchrenden Forscher auf dem Feld von Drogenmissbrauch, Prof. Peter Cohen von der Universit\u00e4t von Amsterdam, betont, dass Menschen ein tiefes Bed\u00fcrfnis haben, sich zu Verbinden und Beziehungen zu bilden, weil wir darin Vergn\u00fcgen finden. Wenn das Ego unsere Verbindungen verdirbt, dann zerst\u00f6rt es unsere gr\u00f6\u00dfte Quelle von Vergn\u00fcgen; es bringt uns dazu, menschliche Kontakte zu scheuen, \u00e4ngstigt uns aber gleichzeitig vor dem Alleinsein.<\/p>\n<h2 style=\"font-size: 18px; margin-bottom: 14px;\">Den sch\u00e4digenden Effekt des Egos annullieren<\/h2>\n<p>Hari schreibt in seinem Artikel: &#8222;Wenn wir versuchten, diese neue Geschichte aufzunehmen&#8220;, dass Sucht nicht durch Chemie, sondern durch menschliche Isolation hervorgerufen wird, &#8222;werden wir viel mehr \u00e4ndern m\u00fcssen als nur die Drogenbek\u00e4mpfung. Wir werden uns selbst \u00e4ndern m\u00fcssen&#8220;.<\/p>\n<p>Wenn wir f\u00fcr einen Moment zu Thomas Friedman zur\u00fcckkommen, sagte dieser in einem Interview mit Tucker Carlson in <em>Tucker Carlson Tonight<\/em> in Bezug auf die sich bedrohlich abzeichnende Herausforderung der Langzeitarbeitslosigkeit und ihre Folgen Folgendes: &#8222;Wir haben erst mit unseren H\u00e4nden gearbeitet, und dann mit unseren K\u00f6pfen, und nun werden wir mehr mit unseren Herzen arbeiten&#8230; Ich denke, dass es eine riesige Aufgabe sein wird, Menschen miteinander zu verbinden&#8230; Ich denke, dass die besten Berufe zwischenmenschlich sein werden, von Mensch zu Mensch. Wir werden eine ganze neue Reise von Berufen und Industriezweigen um das Herz herum sehen, um die zwischenmenschliche Verbindung herum.&#8220;<\/p>\n<p>Friedman hat Recht. In 2013 das ARI-Institut ein Buch herausgegeben<a href=\"https:\/\/www.amazon.com\/Benefits-New-Economy-Resolving-Guarantee\/dp\/1897448732\/ref=sr_1_1?s=books&amp;ie=UTF8&amp;qid=1484151101&amp;sr=1-1&amp;keywords=The+Benefits+of+the+New+Economy%3A+Resolving+the+global+economic+crisis+through+mutual+guarantee\"><em>, The Benefits of the New Economy: Resolving the global economic crisis through mutual guarantee<\/em><\/a>.<\/p>\n<p>Die Verfasser, die zum Teil meine Studenten sind, schreiben darin Folgendes: &#8222;Ein Wechsel von Konzepten und Werten ist jetzt vonn\u00f6ten, eine Verlagerung von Beziehungen, die auf Macht basieren, zu Solidarit\u00e4t und gesellschaftlicher Koh\u00e4sion hin. Die Verbindung zwischen Menschen ist <em>das<\/em> Thema der \u00f6ffentlichen Agenda. Die Wirtschaft ist nur dazu da, die Verbindung zwischen Menschen zu unterst\u00fctzen und aufrechtzuerhalten&#8220;.<\/p>\n<p>In den letzten Jahren hat die <em>Arvut<\/em> (B\u00fcrgschaft) Bewegung, die auch von meinen Studenten gegr\u00fcndet wurde, runde Tische und Verbindungskreise &#8211; Veranstaltungen auf der ganzen Welt durchgef\u00fchrt, mit gro\u00dfem Erfolg. Diese zwei Techniken, auf die ich in meinem eigenen Buch, <a href=\"https:\/\/www.amazon.com\/Completing-Circle-Michael-Laitman\/dp\/1772280089\/ref=sr_1_3?s=books&amp;ie=UTF8&amp;qid=1484151144&amp;sr=1-3&amp;keywords=completing+the+circle\"><em>Completing the Circle<\/em><\/a>, n\u00e4her eingehe, wenden den Grundsatz an, der noch von Vorvater Abraham entdeckt und von seinen Nachkommen und Sch\u00fclern perfektioniert wurde: &#8222;Hass erregt Hader, doch Liebe \u00fcberdeckt alle Verfehlungen&#8220; (Spr\u00fcche 10:12).<\/p>\n<p>Einfach gesagt: Versuche nicht, das Ego zu zerschlagen oder zu unterdr\u00fccken; \u00fcberdecke es mit Liebe, und es wird dich zu neuen H\u00f6hen erheben. Die Verfasser des Sohar wussten es und schrieben: &#8222;Sehet wie gut und wie angenehm es ist, wenn Freunde beisammen sitzen. Dies sind die Freunde, wie sie beisammen sitzen, und sie sind nicht voneinander getrennt. Zuerst scheinen sie wie Krieger, die einander zu t\u00f6ten w\u00fcnschen. Doch dann kehren sie zur br\u00fcderlichen Liebe zur\u00fcck. Von nun an sollen sie sich nicht mehr trennen&#8230; und durch deinen Verdienst wird Friede in der Welt sein&#8220; (Das Buch Sohar, <em>Aharei Mot<\/em>).<\/p>\n<p>W\u00e4hrend ich begl\u00fcckt dar\u00fcber bin, dass Menschen endlich begreifen, dass die Isolation unser schlimmstes Problem ist, und dass wir lernen m\u00fcssen, uns miteinander zu verbinden, bef\u00fcrchte ich gleichzeitig, dass wir zu langsam aufwachen.\u00a0Wenn wir uns nicht beeilen, werden Menschen zu solchen Ausma\u00dfen von Gewalt getrieben werden (und schon jetzt arten diese aus), dass wir nicht in der Lage sein werden, die gesellschaftliche oder sogar globale Katastrophe zu verhindern.\u00a0Je schneller wir begreifen, dass wir breit angelegt Erziehung zur Verbindung einf\u00fchren m\u00fcssen, desto besser sind unsere Chancen, den Wandel in unserer Arbeit und in sozialen Verbindungen schnell, einfach und angenehm zu \u00fcberstehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(Quelle: Huffpost.de) In einem faszinierenden Artikel auf Huffington Post erkl\u00e4rt Hari im Detail, wie er die Wahrheit \u00fcber die Sucht herausgefunden hat, und worin er die L\u00f6sung f\u00fcr sie sieht. 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