{"id":704,"date":"2017-04-11T02:55:38","date_gmt":"2017-04-11T00:55:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.michaellaitman.com\/de\/?p=704"},"modified":"2017-04-18T02:55:53","modified_gmt":"2017-04-18T00:55:53","slug":"der-weg-vom-liberalismus-zur-tyrannei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.michaellaitman.com\/de\/articles\/der-weg-vom-liberalismus-zur-tyrannei\/","title":{"rendered":"Der Weg vom Liberalismus zur Tyrannei"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-353\" title=\"Klima - Der Ball liegt in unserem Spielfeld\" src=\"http:\/\/www.michaellaitman.com\/de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/n-DONALD-TRUMP-large570.jpg\" alt=\"\" width=\"456\" height=\"190\" \/> <\/p>\n<p><em>Hinter dem Schleier der Redefreiheit sind die USA zu einem faschistischen Land verkommen, in dem nur eine Sicht der Dinge erlaubt ist. <\/em><\/p>\n<p>Am vergangenen Donnerstag schrieb Jonathan Martin in den <em>New York Times<\/em>, \u201eder Plan f\u00fcr die [Demokratische Partei]&#8220; sei bestimmt &#8211; \u201edurch die w\u00fctende Armee der Liberalen, die nicht weniger als den totalen Krieg gegen Pr\u00e4sidenten Trump fordern&#8220;. Man b\u00fcndele das mit einer Lawine von verzerrten und erfundenen Geschichten, mit denen die Presse die Inkompetenz des Pr\u00e4sidenten zu beweisen sucht, und einer <a href=\"http:\/\/nypost.com\/2017\/02\/18\/obama-linked-activists-have-a-training-manual-for-protesting-trump\/\">Armee von Agitatoren<\/a>, die von Obamas \u201eOrganizing for Action&#8220; in alle Ecken der USA entsandt wurden, um <a href=\"http:\/\/www.huffingtonpost.com\/entry\/tom-reed-town-hall_us_58a889e4e4b07602ad55317d\">Rathaussitzungen<\/a> zu <a href=\"http:\/\/abcnews.go.com\/Politics\/congress-members-met-protests-town-halls\/story?id=45580764\">sabotieren<\/a>. Es scheint, dass der Pr\u00e4sident an mehreren Fronten gleichzeitig k\u00e4mpft.<\/p>\n<p>Warum der Krieg? Donald Trump ist nicht Teil der herrschenden Elite, die Amerika \u00fcber Jahrzehnte hinweg geleitet und ausgebeutet hat, und deren Vollstrecker &#8211; hinter dem Schein einer humanistischer Agenda und der Sorge um Einwanderer &#8211; Obama und Clinton gewesen sind.<\/p>\n<p>Nach den Schrecken des Zweiten Weltkrieges \u00fcbernahmen zahlreiche westliche Staaten den Liberalismus als \u201eHeilmittel&#8220; gegen Faschismus und Liberalismus. Eine Gesellschaft kann allerdings nur lebendig bleiben, wenn in ihr unterschiedliche Meinungen kollidieren und dabei geschleift und raffiniert werden. Wenn alle Parteien verstehen, dass die Meinungsvielfalt Vitalit\u00e4t kreiert, dann st\u00e4rken sie damit ihre Gesellschaft und verst\u00e4rken ihre F\u00e4higkeit, mit dem Wandel klarzukommen.<\/p>\n<p>Unsere eigene j\u00fcdische Tradition ermuntert zur Vielfalt und zur Auseinandersetzung als Mittel zur F\u00f6rderung des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Rab Kook beschrieb es wie folgt: \u201eDie gro\u00dfartige Regel \u00fcber den Krieg von Ansichten, wenn jede Ansicht der anderen widerspricht, lautet, dass wir [diesen Meinungen] nicht widersprechen m\u00fcssen, sondern \u00fcber ihnen bauen &#8211; und dadurch aufsteigen&#8220; (<em>Briefe des Raiah<\/em>). Martin Buber beschrieb es \u00e4hnlich in seinen \u201eReden \u00fcber die Erziehung&#8220;: \u201eEs ist nicht die Neutralit\u00e4t, die wir suchen, sondern Zusammenhalt, Zusammenhalt von gegenseitiger Verantwortung. Wir m\u00fcssen die Grenzen zwischen den Fraktionen, Kreisen und Parteien nicht verwischen, sondern das Anerkenntnis  der gemeinsamen Realit\u00e4t teilen und die Pr\u00fcfung der gegenseitigen Verantwortung bestehen&#8220;.<\/p>\n<p>Das Problem besteht darin, dass die heutige amerikanische Gesellschaft die Legitimit\u00e4t \u201eanderer Parteien&#8220; nach Buber negiert. \u201eDie Macht verdirbt, und absolute Macht verdirbt absolut&#8220;, sagte liberaler MP Sir John Dalberg-Action. Statt eine dynamische Arena von Ansichten zu kreieren, die einander beleben, drosseln die heutigen Liberalen diejenigen ab, die mit ihnen nicht \u00fcbereinstimmen. Wenn schon der CEO von Unter Armour Kevin Plank gezwungen war, sich f\u00fcr seine sanft konservativen Ansichten zu <a href=\"http:\/\/www.usatoday.com\/story\/sports\/2017\/02\/15\/under-armour-ceo-kevin-plank-clarifies-trump-baltimore-sun-ad\/97954298\/\">entschuldigen<\/a>, um seinem Gesch\u00e4ft nicht zu sch\u00e4digen, dann ist die Rede nicht mehr von Liberalismus, gewiss nicht von Pluralismus. Das ist Tyrannei.<\/p>\n<p>\u201eDie Neigung des menschlichen Herzens ist b\u00f6se von Jugend auf&#8220; (Genesis 8:21) ist nicht nur ein Vers aus der Bibel. Es ist tats\u00e4chlich was wir sind. Deswegen brauchen Regierende aufmerksame Presse, um sie zu beobachten, und deswegen muss die Presse <em>aufrichtig<\/em> frei und pluralistisch bleiben.<\/p>\n<p>Das ist jedoch nicht die Situation in den USA. Der Neoliberalismus war \u00fcber Jahrzehnte hinweg die US-Leitagenda. Er dient nicht den Interessen der Gesamtheit der amerikanischen Gesellschaft, sondern bedient die Interessen einer kleinen Elitegruppe von Magnaten, die die US-Wirtschaft, Medien und dadurch auch die Regierung kontrollieren. Sie bestimmen, was berichtet wird und was nicht, wer diffamiert und wer gepriesen wird. Durch ihre Kontrolle der Medien haben sie den gesellschaftlichen Diskurs bestimmt und Kritik vermieden. Das ist erfinderisch, aber t\u00f6dlich f\u00fcr die Gesellschaft.<\/p>\n<p>Aus diesem Grund erachte ich Trumps Sieg als ein Zeichen daf\u00fcr, dass die US-Gesellschaft gesund und munter ist. Es gibt mir Hoffnung, dass sie die notwendige Ern\u00fcchterung ohne Blutvergie\u00dfen und ohne die Welt in einen weiteren Krieg hineinzuziehen passieren kann. W\u00fcrde Clinton gew\u00e4hlt werden, g\u00e4be es kaum Zweifel daran, dass ein neuer Weltkrieg ausbrechen w\u00fcrde. Nun gibt es zumindest eine Chance f\u00fcr Frieden und f\u00fcr die Korrektur der Gesellschaft.<\/p>\n<p>Um die Gesellschaft zu korrigieren, m\u00fcssen jedoch alle von der J\u00fcdischen Tradition lernen &#8211; dass \u201eLiebe alle Verfehlungen bedecke&#8220; (Spr\u00fcche 10:12). Rav Yehuda Ashlag, Verfasser des Sulam (Leiter) &#8211; Kommentars zum Buch Sohar, schrieb in seinem Essay \u201eDer Frieden&#8220;: Widerspr\u00fcche und Gegens\u00e4tze zwischen Menschen m\u00fcssen f\u00fcr immer bleiben, um den Fortschritt der freien Gesellschaft zu garantieren&#8220;. Die US-Liberalen w\u00fcrden gut daran tun, ihrem eigenen \u201eBruder im Glauben&#8220; Nicholas Kristof zuzuh\u00f6ren, der in den New York Times <a href=\"https:\/\/www.nytimes.com\/2016\/05\/08\/opinion\/sunday\/a-confession-of-liberal-intolerance.html?_r=0\">schrieb<\/a>: \u201eWir Progressiven k\u00f6nnten eine kurze Pause bei Angriffen auf die andere Seite einlegen, um die Werte, die wir angeblich sch\u00e4tzen &#8211; wie die Vielfalt &#8211; in unserem eigenen Herrschaftsbereich zu ber\u00fccksichtigen&#8220;.<\/p>\n<p>F\u00fcr das Wohl der USA und f\u00fcr das Wohl der ganzen Welt bete ich darum, dass diese gro\u00dfe Nation aufwacht und den Wert der Vielfalt begreift, den Vorteil daran, Ansichten durch offene Debatten zu schleifen, sowie den kraftvollen Zusammenhalt, der erreicht wird, wenn die Debatten in L\u00f6sungen resultieren, die wiederum einen Beitrag f\u00fcr die Vitalit\u00e4t der Gesellschaft als Ganzes leisten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hinter dem Schleier der Redefreiheit sind die USA zu einem faschistischen Land verkommen, in dem nur eine Sicht der Dinge erlaubt ist. 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