{"id":637,"date":"2015-03-05T13:08:25","date_gmt":"2015-03-05T12:08:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.michaellaitman.com\/de\/?p=637"},"modified":"2015-03-31T03:15:16","modified_gmt":"2015-03-31T01:15:16","slug":"purim-nicht-das-juedische-halloween","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.michaellaitman.com\/de\/news\/purim-nicht-das-juedische-halloween\/","title":{"rendered":"Purim \u2013 nicht das j\u00fcdische Halloween"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-638\" src=\"http:\/\/www.michaellaitman.com\/de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/purim.png\" alt=\"purim\" width=\"785\" height=\"434\" srcset=\"https:\/\/www.michaellaitman.com\/de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/purim.png 785w, https:\/\/www.michaellaitman.com\/de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/purim-300x165.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 785px) 100vw, 785px\" \/><\/p>\n<p>Purim ist ein gro\u00dfartiges Fest: erst die gro\u00dfe Furcht vor der Vernichtung, und dann die Riesenfreude nach der Erl\u00f6sung, die zum Schlu\u00df erfolgt. Dieses Fest wird au\u00dfergew\u00f6hnlich gro\u00df gefeiert, vor allem auch weil die Vorschriften des Feiertags uneingeschr\u00e4nkten Alkoholkonsum vorschreiben, damit man \u201enicht mehr zwischen dem b\u00f6sen Haman und dem gerechten Mordechai unterscheiden\u201c kann.<\/p>\n<p><strong><strong>\u00a0<\/strong><\/strong><\/p>\n<p>Purim ist ein Fest der Symbole. Seine Hauptbotschaft liegt darin, dass selbst der Inbegriff des Guten, Mordechai, dem schlimmen \u00dcbel, dargestellt von Haman, hilflos gegen\u00fcbersteht. Einzig und allein die Einheit kann das B\u00f6se \u00fcberwinden. Als Mordechai Esther anfleht, den K\u00f6nig um Gnade zu bitten, sagt selbst sie, dass sie sie nicht retten kann, es sei denn, Mordechai versammelt alle Juden und sie fasten und beten f\u00fcr sie. Dann, wenn sie wieder vereint sind, bem\u00fcht sie sich nach Kr\u00e4ften und hat Erfolg.<\/p>\n<p><strong><strong>\u00a0<\/strong><\/strong><\/p>\n<p>Bemerkenswert sind auch die Kost\u00fcme, ein weiteres Symbol. Purim ist nicht die j\u00fcdische Version von Halloween. Die Verkleidungen deuten auf das Verbergen der Kr\u00e4fte hin, die dieses Szenario innerhalb eines jeden von uns ausspielen.<\/p>\n<p><strong><strong>\u00a0<\/strong><\/strong><\/p>\n<p>In seinem Buch <i>Shamati, Ich h\u00f6rte<\/i>, erkl\u00e4rt Rav Jehuda Ashlag, der Autor des <i>Sulam<\/i> (Leiter) Kommentars zum Buch Sohar, dass der K\u00f6nig Gott darstellt; Esther, die j\u00fcdische K\u00f6nigin, stellt den korrigierten Wunsch, uns mit Gott zu vereinen, dar. Darum erscheint sie, nachdem K\u00f6nigin Waschti vom rechten Weg abkommt und der K\u00f6nig sich von ihr scheiden l\u00e4sst.<\/p>\n<p><strong><strong>\u00a0<\/strong><\/strong><\/p>\n<p>Sie wird <i>Esther<\/i> (Ester, Hebr.) genannt, vom hebr\u00e4ischen Wort <i>Hastarah<\/i> her, Verh\u00fcllung, weil ihre j\u00fcdische Identit\u00e4t noch verborgen ist. Sie wird erst enth\u00fcllt, wenn sie die Juden retten muss. Daher auch das Wort <i>Megilla<\/i> (Schriftrolle, Buch) vom hebr\u00e4ischen Wort <i>Gilui<\/i> (enth\u00fcllen). Darum wird der Handlungsablauf im Buch Esther als \u201everborgenes Wunder\u201c bezeichnet, um sprachlich darauf hinzuweisen, was f\u00fcr ein Wunder diese Offenbarung von Gottes Macht im Verborgenen ist.<\/p>\n<p><strong><strong>\u00a0<\/strong><\/strong><\/p>\n<p>Mordechai steht f\u00fcr die Eigenschaft von Barmherzigkeit. Er ist reine G\u00fcte und will nichts f\u00fcr sich selbst. Wenn zwei Diener den Mord des K\u00f6nigs planen und Mordechai ihn durch Esther warnt, belohnt der K\u00f6nig ihn nicht sofort, und Mordechai will auch keine Belohnung oder Anerkennung daf\u00fcr.<\/p>\n<p><strong><strong>\u00a0<\/strong><\/strong><\/p>\n<p>Gottes Plan, die Eigenschaft der Barmherzigkeit &#8211; Mordechai &#8211; als Herrscher des K\u00f6nigreichs (sprich, der Welt) einzusetzen, ist ein weiteres wichtiges Element, das in der Geschichte verborgen ist. W\u00fcrde die Welt von der Barmherzigkeit, dargestellt von Mordechai, regiert, w\u00fcrden Menschen gl\u00fccklicher sein, als wenn sie von der Boshaftigkeit, dargestellt durch Haman, regiert werden w\u00fcrden. Doch Mordechai hat nicht den Wunsch, zu regieren, da er nichts f\u00fcr sich selbst will, und ist ganz froh dar\u00fcber, anonym zu bleiben.<\/p>\n<p><strong><strong>\u00a0<\/strong><\/strong><\/p>\n<p>Um Mordechai nun endlich zur Aufgabe des Herrschers zu zwingen, muss der K\u00f6nig eine Bedrohung ins Spiel bringen, die gro\u00df genug w\u00e4re, um Mordechai zum Handeln zu bewegen: die drohende Vernichtung, die nicht nur Mordechai, sondern auch das gesamte Volk betreffen w\u00fcrde. Diese Bedrohung personifiziert Haman, der das Gegenteil von Barmherigkeit darstellt, n\u00e4mlich den r\u00fccksichtslosen Wunsch, zu verbrauchen, zu besitzen, und ohne R\u00fccksicht auf Andere zu genie\u00dfen. Kurz gesagt, Haman ist reiner Egoismus.<\/p>\n<p><strong><strong>\u00a0<\/strong><\/strong><\/p>\n<p>Hamans Vorwand daf\u00fcr, die Juden umzubringen, besteht darin, dass diese nicht vereint sind: \u201eEs gibt ein gewisses Volk, verstreut und abgesondert\u201c. \u00a0Die Juden wurden zu einem Volk, als sie versprachen, \u201ewie ein Mensch mit einem Herzen\u201c vereint zu sein. Haman beschuldigt sie, sich \u201enicht an die Gesetze des K\u00f6nigs zu halten\u201c, was vollkommen Sinn macht, weil das Gesetz ihrer Gr\u00fcndung als Nation von ihnen Einheit verlangt. \u00a0Wenn sie verstreut sind, dann halten sie sich nicht an dieses Gesetz. Wenn dieser Zustand eintrifft, werden sie \u00fcberfl\u00fcssig, und Haman sagt dem K\u00f6nig, dass dieser sie loswerden soll.<\/p>\n<p><strong><strong>\u00a0<\/strong><\/strong><\/p>\n<p>Die Juden waren in Schrecken versetzt. Weder hatten sie eine Vorstellung, wie sie sich retten sollten, noch wussten sie, was sie verkehrt gemacht hatten, um den Tod zu verdienen. Dann kommt Mordechai und versammelt sie im Gebet um Esthers Erfolg, und sie folgen ihm. Dadurch vereinen sie sich wieder und werden erneut zu einer Nation, genau wie damals am Fu\u00df von Berg Sinai.<\/p>\n<p><strong><strong>\u00a0<\/strong><\/strong><\/p>\n<p>Das macht den Vorwand von Haman ung\u00fcltig, da sie nicht l\u00e4nger \u201everstreut\u201c sind, und somit auch nicht mehr gegen das Gesetz des K\u00f6nigs versto\u00dfen. Auf selbstverst\u00e4ndliche Weise wird an dieser Stelle das Urteil wiederrufen.<\/p>\n<p><strong><strong>\u00a0<\/strong><\/strong><\/p>\n<p>Die Charaktere in diesem St\u00fcck erz\u00e4hlen uns \u00fcber die verborgenen Kr\u00e4fte, die in uns als Individuen und zwischen uns Menschen wirken. Sie sind immer vorhanden und tragen unsere spirituelle Entwicklung. So wie sie damals Haman ins Leben riefen, so bringen sie immer wieder neue Hamans zutage. Heutzutage gibt es etliche von ihnen in jedem Land und heute wie damals besteht das Gegenmittel in der Vereinigung. Wenn wir uns vereinen, sind wir gerettet; vergessen wird dies, werden wir bedroht und sogar vernichtet.<\/p>\n<p><strong><strong>\u00a0<\/strong><\/strong><\/p>\n<p>Dies f\u00fchrt uns nun zu der gro\u00dfen Freude an Purim, wo uns befohlen wird, Alkohol zu trinken, bis wir nicht mehr in der Lage sind, zwischen Recht und Unrecht zu unterscheiden. Denn wenn wir uns vereinen, verbreiten wir diese Einigkeit im gesamten K\u00f6nigreich, womit die gesamte Sch\u00f6pfung gemeint ist. Indem wir uns vereinen, werden wir zum Licht f\u00fcr die V\u00f6lker, und verbreiten das Licht der Vereinigung.<\/p>\n<p>Wenn alle Menschen sich vereinen, dann muss man nicht mehr auf der Hut sein oder einander misstrauen, da dann alle Menschen Eins sind. In diesem Zustand wird es sogar \u00fcberfl\u00fcssig, zwischen Haman und Mordechai zu unterscheiden, und die Betrunkenheit ist das Symbol daf\u00fcr.<\/p>\n<p><strong><strong>\u00a0<\/strong><\/strong><\/p>\n<p>Die Hamantaschen oder <i>Hamentaschen<\/i> (Jiddisch f\u00fcr Hamans Taschen) stellen die Korrektur der egoistischen W\u00fcnsche da, die stattfindet, sobald sich alle Menschen vereint haben. Aus diesem Grund sind sie auch s\u00fc\u00df gef\u00fcllt: das symbolisiert die Freude der Einheit in nicht selbstbezogenen W\u00fcnschen.<\/p>\n<p><strong><strong>\u00a0<\/strong><\/strong><\/p>\n<p>Zum Schluss: Purim lehrt uns, dass alles Leid als Folge unserer Uneinigkeit kommt. Wenn wir uns nicht vereinen, werden wir verfolgt, so wie im Exil von Babylon, w\u00e4hrend all der Verfolgungen, die wir in der gesamten Geschichte erlitten, und die wir auch heutzutage wieder f\u00fchlen. Mit Einigkeit sind wir jedoch heil und gesund und beschwipst. Also: Wenn alles schief geht, vereinigt euch!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Purim ist ein gro\u00dfartiges Fest: erst die gro\u00dfe Furcht vor der Vernichtung, und dann die Riesenfreude nach der Erl\u00f6sung, die zum Schlu\u00df erfolgt. 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