{"id":3467,"date":"2025-12-24T10:35:45","date_gmt":"2025-12-24T09:35:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.michaellaitman.com\/de\/?p=3467"},"modified":"2025-12-18T16:05:53","modified_gmt":"2025-12-18T15:05:53","slug":"black-friday-ein-symptom-unserer-wirtschaftslogik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.michaellaitman.com\/de\/news\/black-friday-ein-symptom-unserer-wirtschaftslogik\/","title":{"rendered":"Black Friday \u2013 ein Symptom unserer Wirtschaftslogik"},"content":{"rendered":"\n<div style=\"height:45px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-media-text is-stacked-on-mobile\" style=\"grid-template-columns:38% auto\"><figure  class=\"wp-block-media-text__media\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"640\" height=\"480\" alt=\"\" src=\"https:\/\/www.michaellaitman.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/black-friday-4606219_640.jpg\" class=\"wp-image-3468 size-full\" srcset=\"https:\/\/www.michaellaitman.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/black-friday-4606219_640.jpg 640w, https:\/\/www.michaellaitman.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/black-friday-4606219_640-300x225.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p>Einmal im Jahr wird der Konsum zum globalen Ereignis: Black Friday. Rabatte, Sonderaktionen und Kaufanreize sollen Menschen weltweit dazu bewegen, m\u00f6glichst viel und m\u00f6glichst schnell zu konsumieren. F\u00fcr viele ist es ein willkommenes Schn\u00e4ppchen-Fest. F\u00fcr mich ist es vor allem ein <strong>Indikator f\u00fcr den Zustand unserer heutigen Wirtschaft<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p>Wir leben in einem System, das sich selbst st\u00e4ndig antreiben muss. Ohne besondere Aktionstage, ohne k\u00fcnstliche Nachfrage, ohne permanente Anreize ger\u00e4t es ins Stocken. Das wirft eine grundlegende Frage auf: <strong>Warum braucht eine funktionierende Wirtschaft \u00fcberhaupt solche Mechanismen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Eine Wirtschaft jenseits realer Bed\u00fcrfnisse<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Das zentrale Problem unserer Zeit ist, dass die moderne Wirtschaft weder f\u00fcr den einfachen B\u00fcrger noch f\u00fcr Fachleute wirklich transparent ist. Wir haben einen Punkt erreicht, an dem ein Gro\u00dfteil der produzierten Waren keine echten Lebensbed\u00fcrfnisse mehr erf\u00fcllt. Sch\u00e4tzungsweise 90 Prozent dessen, was hergestellt wird, ist f\u00fcr ein ausgewogenes Leben nicht notwendig.<\/p>\n\n\n\n<p>Trotzdem kann die Produktion nicht einfach reduziert werden. W\u00fcrden wir das tun, h\u00e4tten Fabriken, Unternehmen und ganze Branchen keinen Zweck mehr. Arbeitspl\u00e4tze gingen verloren, Gewinne fielen weg, und das System w\u00fcrde ins Wanken geraten. Deshalb halten wir an einer \u00dcberproduktion fest, die wir anschlie\u00dfend mit Rabatten, Werbung und Konsumereignissen wie dem Black Friday rechtfertigen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Gewinn als Motor \u2013 und als Grenze<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Sowohl Produzenten als auch Eigent\u00fcmer von Unternehmen sind vollst\u00e4ndig vom Gewinnmotiv abh\u00e4ngig. Nimmt man diesen Anreiz weg, kommt das bestehende Wirtschaftsmodell zum Stillstand. In diesem Sinne \u201edreht sich die Welt\u201c nur, solange der Profit gesichert scheint.<\/p>\n\n\n\n<p>Um dieses System zu stabilisieren, greifen Staaten inzwischen zu Ma\u00dfnahmen, die vor wenigen Jahren noch undenkbar waren: massive Geldsch\u00f6pfung, Kaufanreize, direkte Zahlungen an B\u00fcrger. Geld ist l\u00e4ngst nicht mehr durch reale Werte gedeckt. Es ist ein Instrument geworden, um Bewegung im System zu halten.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Einkommen und Konsum entkoppeln<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Aus meiner Sicht bewegen wir uns unausweichlich auf einen Zustand zu, in dem <strong>Einkommen und Konsum voneinander getrennt werden<\/strong>. Der Zusammenhang zwischen dem, was ein Mensch verdient, und dem, was er zum Leben braucht, verliert zunehmend an Bedeutung.<\/p>\n\n\n\n<p>In Zukunft wird jeder so viel erhalten, wie er f\u00fcr ein normales, ausgewogenes und w\u00fcrdiges Leben ben\u00f6tigt. Gleichzeitig wird jeder nur in dem Ma\u00df arbeiten, das f\u00fcr die Gesellschaft tats\u00e4chlich notwendig ist. Nicht mehr aus Zwang, sondern aus funktionaler Notwendigkeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Das bedeutet nicht Gleichmacherei und auch keine R\u00fcckkehr zu fr\u00fcheren sozialistischen Modellen. Diese Systeme sind gescheitert, weil sie Produktivit\u00e4t und pers\u00f6nlichen Verdienst zwanghaft miteinander verkn\u00fcpft haben \u2013 in einer Zeit des Mangels.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Leben im \u00dcberfluss \u2013 mit neuen Regeln<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Heute leben wir nicht mehr im Mangel, sondern im \u00dcberfluss. Die Herausforderung besteht nicht darin, mehr zu produzieren, sondern <strong>den \u00dcberfluss sinnvoll zu organisieren<\/strong>. Fabriken m\u00fcssten keine \u00fcbersch\u00fcssige Ware mehr herstellen. Extreme Konsumanreize w\u00fcrden \u00fcberfl\u00fcssig. Der Lebensstandard w\u00fcrde auf einem f\u00fcr alle akzeptierten, optimalen Niveau stabilisiert.<\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt keinen objektiven Grund, mehr zu arbeiten als n\u00f6tig. Die Wirtschaft k\u00f6nnte sich beruhigen, anstatt st\u00e4ndig k\u00fcnstlich beschleunigt zu werden.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Ohne Bildung kein stabiles System<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Doch eines ist entscheidend: Ein korrigiertes gesellschaftliches System kann nur mit entsprechend vorbereiteten Menschen funktionieren. Technische L\u00f6sungen, finanzielle Umverteilung oder staatliche Ma\u00dfnahmen allein reichen nicht aus.<\/p>\n\n\n\n<p>Was wir brauchen, ist eine neue Form gesellschaftlicher Bildung \u2013 eine <strong>integrale Bildung<\/strong>, die den Menschen hilft, sich als Teil eines vernetzten Ganzen zu verstehen. Erst wenn sich die Beziehungen zwischen den Menschen ver\u00e4ndern, kann sich auch das wirtschaftliche System nachhaltig stabilisieren.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Black Friday als Warnsignal<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Der Black Friday zeigt uns nicht, wie erfolgreich unsere Wirtschaft ist, sondern wie sehr sie auf \u00e4u\u00dfere Stimulation angewiesen ist. Er ist kein Zeichen von St\u00e4rke, sondern ein Hinweis darauf, dass das bestehende Modell an seine strukturellen Grenzen st\u00f6\u00dft.<\/p>\n\n\n\n<p>Die entscheidende Frage lautet daher nicht, wie hoch der n\u00e4chste Rabatt ausf\u00e4llt, sondern <strong>welches Wirtschafts- und Gesellschaftsmodell langfristig tragf\u00e4hig ist \u2013 f\u00fcr den Menschen und f\u00fcr die Gesellschaft als Ganzes<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Basierend auf einem Interview mit dem Kabbalisten Dr. Michael Laitman auf 103FM am 1. Januar 2016. Geschrieben\/editiert von Studenten des Kabbalisten Dr. Michael Laitman.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einmal im Jahr wird der Konsum zum globalen Ereignis: Black Friday. Rabatte, Sonderaktionen und Kaufanreize sollen Menschen weltweit dazu bewegen, m\u00f6glichst viel und m\u00f6glichst schnell zu konsumieren. F\u00fcr viele ist es ein willkommenes Schn\u00e4ppchen-Fest. 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