{"id":1210,"date":"2022-02-05T23:58:56","date_gmt":"2022-02-05T22:58:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.michaellaitman.com\/de\/?p=1210"},"modified":"2022-02-05T23:58:56","modified_gmt":"2022-02-05T22:58:56","slug":"opioide-eine-flucht-vor-der-sinnlosigkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.michaellaitman.com\/de\/news\/opioide-eine-flucht-vor-der-sinnlosigkeit\/","title":{"rendered":"Opioide &#8211; eine Flucht vor der Sinnlosigkeit"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" title=\"\" src=\"https:\/\/www.michaellaitman.com\/de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Opiade.jpg\" alt=\"\" width=\"307\" height=\"188\"><\/p>\n<p>Nach Angaben des Nationalen Zentrums f\u00fcr Gesundheitsstatistiken der CDC ist die Zahl der Todesf\u00e4lle durch \u00dcberdosierung im vergangenen Jahr um fast 30 Prozent gestiegen, wobei 75 Prozent davon auf Opioide zur\u00fcckzuf\u00fchren sind. Den Daten zufolge stieg die Zahl der Todesf\u00e4lle aufgrund von Opioid-\u00dcberdosierungen allein im letzten Jahr um fast 40 Prozent.<\/p>\n<p>Diese alarmierenden Statistiken sind bei weitem die schlimmsten aller L\u00e4nder, aber die USA sind mit ihrer Opioid-Krise nicht allein. Ungef\u00e4hr im gleichen Zeitraum ist der Opioidkonsum unter Jugendlichen Weltweit sprunghaft angestiegen, begleitet von einem Anstieg der Anrufe bei den Zentren der Telefonseelsorge.<\/p>\n<p>Sowohl in den USA als auch Weltweit ist das Problem nicht der Opioidkonsum an sich, sondern das Gef\u00fchl der Sinnlosigkeit, das junge Erwachsene und Jugendliche dazu treibt, der Realit\u00e4t zu entfliehen. Heutzutage, wo die Menschen alles haben, was sie materiell brauchen, werden die Fragen nach dem Sinn des Ganzen immer dr\u00e4ngender.<\/p>\n<p>Das gilt nicht nur f\u00fcr Jugendliche und junge Erwachsene, sondern auch f\u00fcr ihre Eltern. Dass Jugendliche sich die Frage nach dem Sinn des Lebens nicht beantworten k\u00f6nnen, liegt unter anderem daran, dass ihre Eltern die Antwort auch nicht kennen und ebenso ratlos sind. Da die Eltern keine Antworten geben k\u00f6nnen, bleiben die Kinder frustriert zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Opioidmissbrauch ist nur eine Facette des Problems. In Wahrheit sind die Menschen \u00fcberall ungl\u00fccklich, deprimiert, w\u00fctend und frustriert. Deshalb wenden sich so viele von ihnen Extremen zu, um einen Sinn zu finden: religi\u00f6ser Fundamentalismus, Extremsport, Gewalt und Drogenmissbrauch.<\/p>\n<p>Die L\u00f6sung liegt daher nicht in einem partikularen Ansatz zur Bek\u00e4mpfung der Opioid\u00fcberdosierung. Es muss ein umfassendes System geben, das die Menschen \u00fcber die sich ver\u00e4ndernde Realit\u00e4t informiert und ihnen beibringt, wie sie damit umgehen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Dieses System muss in der fr\u00fchen Kindheit beginnen und sich bis ins Erwachsenenalter fortsetzen. Die Menschen sollten in soziale Kreise eingebunden werden, die ihnen sozialen R\u00fcckhalt, W\u00e4rme, Mitgef\u00fchl und Empathie bieten. Die Beziehung zu dieser Gruppe sollte ein Leben lang bestehen bleiben und den Menschen eine Basis bieten, auf die sie sich st\u00fctzen und an der sie wachsen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Nach und nach werden die Menschen beginnen, neue Werte zu entwickeln. Anstatt Sinn und Befriedigung in egozentrischen Zielen zu suchen, werden sie ihren Sinn in den zwischenmenschlichen Beziehungen zu anderen finden. Sie werden mit der eben erw\u00e4hnten Kerngruppe beginnen und sich von dort aus zu immer weiteren Kreisen hin entwickeln.<\/p>\n<p>Auf der anderen Seite der Krise liegt eine neue Gesellschaft, die miteinander verbunden ist und sich gegenseitig unterst\u00fctzt. Doch um dorthin zu gelangen, muss man sich durch eine enge H\u00f6hle zw\u00e4ngen, in der das Licht am anderen Ende schwach und unbest\u00e4ndig ist.<\/p>\n<p>Der Schmerz, der Menschen zu Opioiden und anderen Formen der Realit\u00e4tsflucht treibt, ist das Ergebnis des Drucks, den der Wechsel von einer Welt in die andere aus\u00fcbt. Einerseits bereiten ihnen die Freuden aus der alten Welt nicht mehr die Freude, die sie einst hatten, andererseits haben sie noch nicht die Freude am gegenseitigen Austausch mit anderen entdeckt. Infolgedessen f\u00fchlen sie sich &#8222;in einer H\u00f6hle gefangen&#8220; und suchen verzweifelt nach einem Ausweg.<\/p>\n<p>Deshalb ist es kein schlechtes Zeichen, wenn Menschen sich schlecht f\u00fchlen; es ist ein Zeichen f\u00fcr Ver\u00e4nderung, f\u00fcr Wachstum. Am anderen Ende der H\u00f6hle befindet sich das Licht einer verbundenen und f\u00fcrsorglichen Gesellschaft. Wenn wir uns durchk\u00e4mpfen und nicht auf halbem Weg aufgeben, werden wir das Licht schnell erreichen. Wenn wir zu lange hier verweilen, wird die Realit\u00e4t uns durch die H\u00f6hle treiben, bis wir blutend, verletzt und zerschlagen auf der anderen Seite ankommen.<\/p>\n<p>Bildunterschrift:<br \/>\nTabletten des Opioidwirkstoffs Hydrocodon in einer Apotheke in Portsmouth, Ohio, 21. Juni 2017. REUTERS\/Bryan Woolston<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach Angaben des Nationalen Zentrums f\u00fcr Gesundheitsstatistiken der CDC ist die Zahl der Todesf\u00e4lle durch \u00dcberdosierung im vergangenen Jahr um fast 30 Prozent gestiegen, wobei 75 Prozent davon auf Opioide zur\u00fcckzuf\u00fchren sind. 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